München (dpa) - Um 17.43 Uhr war es so weit: Im rot-weißen Konfettiregen riss Bayern-Kapitän Philipp Lahm die Meisterschale in die Höhe.

46 Tage nach dem frühesten Titelgewinn in der Geschichte der Fußball-Bundesliga überreichte sie Ligapräsident Reinhard Rauball im Anschluss an das 1:0 (0:0) im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart an den nun 24-maligen nationalen Champion. Die erste Bierdusche bekam Trainer Pep Guardiola von Nationalspieler Jérome Boateng verpasst. Bei der zweiten von Daniel van Buyten versuchte sich der Spanier, mit der Meisterschale zu schützen.

Am Tag der großen Meisterfeier konnten sich die Bayern sportlich aber noch nicht in Topform für das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund präsentieren. Eine Woche vor dem Endspiel der beiden besten deutschen Fußball-Teams in Berlin sorgte "Joker" Claudio Pizarro vor 71 000 Zuschauern erst in der Nachspielzeit für den 29. Saisonsieg. Mit dem Erfolg am letzten Spieltag konnte das Team von Trainer Guardiola die Liga-Bestmarke aus der vergangenen Triple-Saison einstellen. 90 von maximal 102 Punkten holten die Bayern.

Nach den Feierlichkeiten im Stadion sollte das Team mit einem Meistertruck in die Innenstadt fahren. Auf dem Rathausbalkon wollten sich Trainer Guardiola und sein Team auch noch auf dem Rathausbalkon den Anhängern präsentieren. "Eine weitere unglaubliche Saison - danke Jungs!", stand in der Arena auf einem großen Banner in der Fankurve.

Ohne die angeschlagenen Philipp Lahm, Franck Ribéry und Mario Götze sowie den gesperrten Jérome Boateng starteten die Bayern wild entschlossen: Nach elf Sekunden hatte Thomas Müller die erste Chance, zielte aber nach Flanke von David Alaba daneben. Danach lief nur wenig zusammen, Tempo und Ideen fehlten. Die Stuttgarter gerieten im womöglich letzten Bundesligaspiel unter Retter Huub Stevens selten in Verlegenheit, konnten offensiv aber nur wenig bewegen. Der starke Torwart Sven Ulreich hielt den VfB im Spiel.

Mario Mandzukic bemühte sich im verlorenen Fernduell mit dem Dortmunder Robert Lewandowski um die Torjägerkanone vergeblich im Angriffszentrum. Ulreich parierte einen Distanzschuss des glücklosen Kroaten (26.), der von Guardiola in der 64. Minute ausgewechselt wurde. Eine gute Kopfballchance hatte auch Bastian Schweinsteiger (28.). Kurz darauf humpelte der Nationalspieler nach einem Schlag aufs linke Knie vom Platz. Beim Feiern war er dabei.

Die Bayern waren immer bemüht, Druck aufzubauen. Aber vieles blieb Stückwert, auch der emsige Arjen Robben fand die Lücke nicht. Einen scharfen Schuss des Holländers wehrte Ulreich ab (61.). Der für Mandzukic eingewechselte Pizarro schoss aus kurzer Distanz über das Tor (74.). Auch Robben fand noch einmal seinen Meister in Ulreich (86.), der aber in der Nachspielzeit gegen den satten Schuss von Pizarro machtlos war.

Glück hatten Bayern-Verteidiger Dante, der nach einer wilden Grätsche in der gegnerischen Spielhälfte gegen Ex-Nationalspieler Cacau mit der Gelben Karte davonkam (67.), sowie Arthur Boka. Der Ivorer hätte in seinem letzten Spiel für den VfB wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt werden müssen. Bei beiden Profis ließ Schiedsrichter Bastian Dankert Gnade vor Recht ergehen.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 72,7 - 27,3

Torschüsse: 24 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 54,2 - 45,8

Fouls: 11 - 14

Ecken: 12 - 2

Quelle: optasports.com

Meisterschale