Augsburg (dpa) - Trotz einer famosen Saison hat der FC Augsburg die angepeilte Europapokal-Teilnahme nicht geschafft. Die Schwaben verpassten am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga im Fernkampf mit Mainz 05 den Sprung auf Platz sieben.

Der hochverdiente 2:1 (1:1)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt nutzte nicht viel, weil Mainz zeitgleich seine Partie gegen den Hamburger SV ebenfalls gewann. Der Senkrechtstarter-Club FCA beendet eine herausragende Spielzeit damit auf Bundesligarang acht - ein Erfolg. Immerhin war das Team von Trainer Markus Weinzierl im Sommer von vielen Experten noch zu einem sicheren Abstiegskandidaten abgestempelt worden.

Ragnar Klavan (29. Minute) und André Hahn bei seinem Abschiedsspiel vom Augsburger Publikum (80.) entfachten mit ihren Toren zumindest zwischenzeitlich die Hoffnung aufs Abenteuer Europa. Die Gastgeber machten lange viel zu wenig aus ihrer Überlegenheit, der Eintracht schienen bis kurz vor Schluss wenige gute Szenen zu einem glücklichen Punkt zu reichen. Aus dem Nichts hatte der Spanier Joselu (15.) die Frankfurter in Führung gebracht. Danach spielten nur noch die Gastgeber und arbeiteten sich vor allem im zweiten Abschnitt reihenweise Torchancen heraus. Das verdiente zweite Erfolgserlebnis schafften sie zwar, der Europapokal bleibt vorerst dennoch ein Traum.

"Respekt und Anerkennung in ganz Deutschland" hätten sich die Augsburger durch viele glanzvolle Bundesligaauftritte 2013/14 in jedem Fall erarbeitet, lobte Vorstandschef Walther Seinsch schon im Vorfeld des Saisonfinales. Und seine Profis schienen ihren Chef von Anfang an unbedingt bestätigen zu wollen. Hahn & Co. waren agil, spielbestimmend, zweikampfstark und im Gegensatz zu den Gästen auch voller Leidenschaft und Aggressivität.

Nach zwei Minuten schoss Halil Altintop das erste Mal gefährlich aufs Tor, scheiterte aber am besten Frankfurter - Torwart Kevin Trapp. Schon vier Minuten später wäre selbst der Keeper geschlagen gewesen, als Paul Verhaegh sich auf der rechten Seite durchsetzte und Sascha Mölders in Stellung brachte. Der 29-Jährige erwischte den Ball fast perfekt, nickte ihn aber ganz knapp über die Querlatte.

Das Tor erzielten stattdessen die bis dato völlig lethargischen Frankfurter. Ein Zuordnungsfehler in Augsburgs Defensive nutzte Joselu zu seinem neunten Saisontor, als er eine Hereingabe von Sebastian Jung freistehend vor Torwart Marwin Hitz vollendete. Es sollte für lange Zeit der einzige gefährliche Frankfurter Angriff geblieben sein. FCA-Keeper Hitz befand es sogar in der Pause für nötig, draußen zu bleiben und sich von den Augsburger Ersatzspielern warm schießen zu lassen, anstatt mit den Kollegen und Trainer Markus Weinzierl zur Halbzeitansprache in die Kabine zu marschieren.

Der FCA stattdessen überzeugte mit durchdachtem Fußball, musste aber fast eine halbe Stunde auf den überfälligen Ausgleich warten. Kurz nachdem der am Saisonende scheidende Hahn aus bester Position vergeben hatte (28.), war Klavan zur Stelle und sorgte für Jubel in der mit 30 660 Zuschauern ausverkauften Arena. Nach einer Ecke von Tobias Werner drückte der Este den Ball am Tag seiner Vertragsverlängerung bis 2017 über die Linie.

Augsburg drängte auf das 2:1, doch die Kräfte ließen nach. Der eingewechselte Raul Bobadilla (60.) zielte nach einer Einzelaktion nicht genau genug und schoss am langen Pfosten vorbei. Altintops Versuch aus der Drehung konnte der herausstürmende Trapp noch gerade so entschärfen (66.). Hahn kam bei einer weiteren Chance einen Schritt zu spät (62.) und köpfte dann aus bester Position daneben (68.). Zehn Minuten vor Schluss demonstrierte der von Bundestrainer Jogi Löw in den vorläufigen WM-Kader nominierte Stürmer dann seine Klasse, als er eine Flanke von Matthias Ostrzolek stark per Kopf versenkte.