Stralsund (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatspräsident François Hollande setzen an diesem Samstag ihr Treffen in Stralsund fort.

Zum Auftakt hatten sich Merkel und Hollande am Freitag zu einem gemeinsamen Kurs in Europa bekannt und angekündigt, auch über "schwierige politische Fragen" zu sprechen, allem voran die Ukraine-Krise. Zum Abschluss wird ein klares Signal Richtung Moskau erwartet.

Am Vormittag zeigt Merkel ihrem Gast zunächst die Altstadt von Stralsund (ab 9.00 Uhr). Fischhändler Henry Rasmus will Hollande - wie bereits acht Jahren zuvor dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush – ein Fass eingelegter Bismarckheringe überreichen. Am Mittag werden die Kanzlerin und der französische Präsident über den Inhalt ihrer Gespräche informieren.

Überschattet wird das Treffen in Merkels Wahlkreis von der anhaltenden Gewalt in der Ukraine. Die Teilnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin an einer Militärparade auf der von der Ukraine abtrünnigen Schwarzmeerhalbinsel Krim am Freitag wird international als Affront gewertet.

Merkel und Hollande dürften auch über weitere Sanktionen gegen Russland sprechen. Die Europäische Union plant eine Verschärfung, schon am Montag wollen die 28 EU-Außenminister in Brüssel voraussichtlich zusätzliche Einreiseverbote und Kontensperrungen beschließen. Am Sonntag wollen prorussische Separatisten in der Ostukraine ein Referendum über eine Abspaltung von Kiew abhalten.

Am Freitag hatten Merkel und Hollande eine Schiffstour zu den Kreidefelsen auf der Insel Rügen unternommen. Auf dem Weg zum Schiff kamen sie mit Touristen ins Gespräch, ein Shanty-Chor animierte Kanzlerin Merkel zum Mitsingen. Der Bootstour schloss sich ein Spaziergang über die Seebrücke von Binz an, bevor sich beide zu einem Abendessen zurückzogen.