Darmstadt/Heppenheim (dpa) - Nach neuen Missbrauchsvorwürfen gegen die Odenwaldschule im Zusammenhang mit einem Kinderarzt prüft das Reform-Internat die Anschuldigungen. Eine Sprecherin wollte sich zu dem Fall am Samstagvormittag zunächst nicht äußern, kündigte aber eine Stellungnahme im Laufe des Tages an.

Nach Angaben des Landkreises Bergstraße könnte der Kinderarzt Schüler an der Heppenheimer Schule in unangemessener und übertriebener Weise abgetastet haben. Die Vorwürfe, die schon zwei Jahre alt sein sollen, seien dem Kreis und dem Sozialministerium erst jetzt gemeldet worden. Über den Fall hatte es am Freitagabend erste Medienberichte gegeben.

Kurz zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Darmstadt am Freitagvormittag bekanntgegeben, dass Ermittlungen gegen einen entlassenen Lehrer der Odenwaldschule wegen möglicher sexueller Übergriffe eingestellt wurden. Es hätten sich keine Anhaltspunkte ergeben. Gegen den Mann wird aber weiter wegen des möglichen Besitzes von Kinderpornografie ermittelt. An der Schule waren vor Jahrzehnten mindestens 132 Schüler von Lehrern sexuell missbraucht worden.

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