Minsk (dpa) - Dank Thomas Oppenheimer hat die deutsche Eishockey-Auswahl bei der Weltmeisterschaft in Weißrussland einen großen Schritt Richtung Klassenverbleib geschafft und sich die Chance auf das Viertelfinale erhalten.

In der 56. Spielminute traf der Stürmer per Penalty zum 3:2 (1:1, 1:1, 1:0) gegen Lettland und avancierte damit wie am Vortag im Shootout gegen Kasachstan zum Matchwinner. Das deutsche Team holte sich damit viel Zuversicht für die kommenden schweren Aufgaben. "Es wäre super, wenn es so weitergehen würde. Aber wir wissen, dass wir noch harte Arbeit vor uns haben", sagte Oppenheimer.

Ein stärkerer Auftritt als im ersten WM-Match, Oppenheimers erneute Nervenstärke sowie das erste Länderspieltor von Marcel Noebels (13.) und der Treffer von Frank Mauer (21.) brachten den Deutschen den zweiten Sieg. Vor 11 200 Zuschauern erzielten Georgijs Pujacs (19.) und Mikelis Redlihs (28.) die Tore der Letten, doch die Deutschen ließen sich auch von einer zweimal hergegebenen Führung nicht aus dem Konzept bringen. Nach dem erzitterten Sieg im Penaltyschießen gegen Außenseiter Kasachstan hat die DEB-Auswahl nun fünf Zähler verbucht.

Am Dienstag tritt sie im dritten Vorrundenspiel gegen Finnland an. "Ich würde sagen, wir haben uns langsam ein bisschen Respekt im gesamten Turnier verschafft. Und man hat gesehen: Die Letten schlagen die Finnen - warum sollten wir nicht die Finnen schlagen?", fragte Noebels.

Dass gegen Lettland eine größere Herausforderung als gegen Auftaktgegner Kasachstan warten würde, war Bundestrainer Pat Cortina klar. Die Letten hatten zwar am Samstag beim überraschenden 3:2 über Finnland viel Kraft gelassen, sich aber auch viel Selbstvertrauen geholt. Im ersten Drittel vergab Noebels zunächst noch eine große Chance. Nach einem Bully streifte sein Schuss die Latte (9.). Aber nur wenige Minuten später machte es der Stürmer aus der unterklassigen Nordamerika-Liga AHL besser: Einen Konter hatte Oppenheimer abgeschlossen, den Abpraller des lettischen Torhüters Kristers Gudlevskis schob der 21-jährige Noebels ins Tor.

Der erneut gute Youngster Leon Draisaitl scheiterte dann am lettischen Goalie (14.) und leitete eine Möglichkeit für Daniel Pietta ein (15.). Doch die Deutschen, bei denen Felix Schütz mit Schulterproblemen auflief, konnten die Führung nicht mit in die erste Drittelpause nehmen. Auf der Torhüterposition hatte Cortina einen Wechsel vorgenommen und dem 22-jährigen Philipp Grubauer anstelle des Berliners Rob Zepp das Vertrauen geschenkt. In seinem zweiten Länderspiel von Beginn an musste sich der schon in der NHL erprobte Goalie kurz vor der ersten Pause geschlagen geben, als Torsten Ankert auf der Strafbank saß.

Ein Schuss der Letten prallte erst an den Pfosten. Dann fiel aus dem Gewühl heraus das umstrittene 1:1. Pujacs spielte den Puck mit dem Schlittschuh, aber die Schiedsrichter entschieden auf Treffer. Tausende in dunkelrot gekleidete Lettland-Anhänger jubelten.

Im zweiten Drittel hatten noch nicht einmal alle Zuschauer wieder Platz genommen - da gingen die Deutschen erneut in Führung. Zweimal kam Mauer mit seinen Versuchen nicht an Gudlevskis vorbei, der die Scheibe aber nicht unter Kontrolle brachte. Beim dritten Mal landete der Puck hinter der Linie.

Wieder hatten die Letten jedoch eine Antwort parat und nutzten gleich ihre erste Möglichkeit zum erneuten Ausgleich. Im Schlussdrittel spielten beide Teams etwas vorsichtiger. Die Letten neutralisierten immer wieder die Angriffe der Deutschen und agierten gefährlicher, Torwart Grubauer war einige Male zur Stelle. Dann kam erneut der große Auftritt von Oppenheimer, nachdem er nach einem Pass von Constantin Braun allein vor dem Tor gehalten wurde. Wieder behielt der Angreifer im folgenden Duell eins gegen eins die Nerven.

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