München (dpa) - Ausgelassener Aufstiegsjubel in Paderborn - die Fußballstars von Bayern München und Borussia Dortmund müssen in der kommenden Saison ein neues und lange Zeit unvorstellbares Reiseziel in der Bundesliga ansteuern.

Der SC Paderborn machte seinen märchenhaften Aufstieg mit einem Nerven aufreibenden 2:1 (2:1)-Zittersieg gegen den VfR Aalen perfekt. Die Ostwestfalen behaupteten mit dem hauchdünnen Heimsieg am letzten Zweitliga-Spieltag Platz zwei und ziehen als 53. Club in die Fußball-Bundesliga ein. Der dreimalige deutsche Meister 1. FC Köln stand schon seit längerem als Aufsteiger fest. «Es ist unfassbar, jetzt haben wir den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte geschafft. Das ist eine Sensation», sagte Routinier Markus Krösche (34) nach den ersten Bierduschen beim TV-Sender Sky.

Für die SpVgg Greuther Fürth geht das Hoffen und Bangen dagegen weiter: Die Franken kämpfen nach dem 2:0 (0:0) gegen den SV Sandhausen, das nicht mehr zum Sprung auf Rang zwei reichte, als Tabellendritter in der Relegation gegen den Hamburger SV um die direkte Bundesliga-Rückkehr. Das Hinspiel gegen den Bundesliga-Dino HSV findet am Donnerstag in Hamburg statt, die entscheidende zweite Partie steigt am kommenden Sonntag in der Fürther Arena. «Wir haben den HSV natürlich beobachtet, man muss ja für alle Fälle vorbereitet sein», berichtete Fürths Trainer Frank Kramer.

Der Ost-Fußball stellt beide Absteiger: Nach Energie Cottbus muss auch Dynamo Dresden den bitteren Gang in die 3. Liga antreten. Die Sachsen verloren das Abstiegsfinale gegen Arminia Bielefeld im eigenen Stadion nach einem dramatischen Verlauf mit 2:3.

Der Pole Kacper Przybylko erzielte in der 77. Minute das entscheidende Tor, nachdem Dresden zuvor einen 0:2-Rückstand aufholen konnte. Schiedsrichter Manuel Gräfe musste die Partie in der zweiten Hälfte vorübergehend unterbrechen, als Dynamo-Fans Knallkörper auf den Rasen warfen. Arminia-Profi Thomas Hübener und Dresdens Cheikh Gueye flogen wegen wiederholten Foulspiels vom Platz. Bielefeld sprang doch noch auf Platz 16 und kann sich in der Relegation gegen den SV Darmstadt vor dem Abstieg retten.

HSV-Coach Mirko Slomka war mit Blick auf die beiden anstehenden «Überlebensspiele» gegen die Fürther am falschen Schauplatz. Der 46-Jährige wurde in Paderborn Zeuge des Aufstiegsjubels. Die Fürther hatte er allerdings schon eine Woche zuvor bei deren 6:0-Auswärtssieg in Cottbus beobachtet.

Die Sensations-Aufsteiger aus Paderborn mussten bei ihrem Happy End gegen Aalen vor 15 000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler-Arena etliche Schrecksekunden verkraften. Der Finne Joel Pohjanpalo schoss die Gäste bereits in der 9. Minute in Führung. Nach dem Weckruf aber konnte «der Matchball», wie von Erfolgstrainer André Breitenreiter gefordert, doch noch verwandelt werden. Mit einem Doppelschlag kippten Marc Vucinovic (14.) und Mario Vrancic (21.) die Partie. Das kollektive Zittern aber hielt bis zum erlösenden Abpfiff an. Aalen drängte bis zum Ende auf das 2:2.

Fürth hatte im Fernduell gleichzeitig mächtig Druck auf Paderborn aufgebaut. Torjäger Ilir Azemi (52.) brachte die Franken mit seinem 14. Saisontor gegen Sandhausen in Führung, Zoltan Stieber (83.) machte alles klar. Ein Ausgleich in Paderborn hätte den Franken doch noch den ersehnten direkten Aufstiegsplatz beschert. Die Hoffnungen zerschlugen sich - und nun wartet in zwei Endspielen der HSV.

Für den 1. FC Kaiserslautern erfüllten sich die ohnehin minimalen Hoffnungen auf Platz drei beim Saisonfinale nicht. Die Pfälzer verloren 2:4 in Düsseldorf. Kölns Trainer Peter Stöger erreichte zum Saisonausklang sein letztes kleine Ziel nicht. «Es wäre schön, über die 70-Punkte-Marke zu kommen», hatte der Österreicher vor dem Abschiedsspiel in der 2. Liga erklärt. Der Zweitliga-Champion unterlag jedoch beim FSV Frankfurt mit 0:2.

Siege feierten zum Ausklang auch der FC Ingolstadt beim 2:0 gegen Cottbus sowie der VfL Bochum, der 1:0 gegen den Karlsruher SC gewinnen konnte. Unentschieden enedeten die Partien Union Berlin gegen 1860 München (1:1) und FC St. Pauli gegen Erzgebirge Aue (2:2).

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