Berlin (dpa) - Linksfraktionschef Gregor Gysi fliegt noch an diesem Sonntag nach Moskau, um dort Gespräche über die Ukraine-Krise zu führen. "Ich will meinen Beitrag zur Deeskalation leisten", sagte er am Sonntagmorgen auf dem Linken-Parteitag in Berlin. Mit wem er sich in der russischen Hauptstadt treffen will, sagte Gysi nicht.

Der Linksfraktionschef sprach sich in seiner Parteitagsrede gegen einseitige Schuldzuweisungen in der Ukraine-Krise aus. "Unsere Stärke besteht darin, dass wir niemals einseitig an diesen Konflikt herangegangen sind. Alle anderen sind völlig einseitig", sagte er. Die Linke leugne die Mitverantwortung Russlands nicht - sie weise aber darauf hin, dass auch Nato und EU Verantwortung trügen. "Die Differenziertheit ist das Entscheidende."

Gysi forderte von Bundesregierung und EU eine neue "Ost-Politik". Der Linksfraktionschef berief sich dabei auf den früheren Bundeskanzler Willy Brandt (SPD), der in den späten 60er und frühen 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für eine Entspannungspolitik gegenüber den Staaten des Warschauer Paktes eingetreten war. "Ich glaube, der Westen hat nicht begriffen, dass Russland ein Teil Europas ist", kritisierte Gysi.

Linke zum Parteitag