Washington (dpa) - Der Name Blackwater steht für eine düstere Episode des Irak-Krieges. Angehörige der privaten US-Sicherheitsfirma, die dort im Auftrag des Pentagons arbeitete, erschossen am 16. September 2007 im Westen von Bagdad 17 irakische Zivilisten.

Die Söldner hatten einen Konvoi amerikanischer Diplomaten begleitet und wollten einen vermeintlichen Angriff abwehren. Zudem sollen Mitarbeiter an Folter-Verhören in Geheimgefängnissen der CIA beteiligt gewesen sein. Auch mit Kinderprostitution, Vergewaltigung und Waffenhandel wurden
die Söldner der Firma in Verbindung gebracht.

Blackwater wurde 2009 in Xe Services umbenannt, was laut Beobachtern dabei helfen sollte, die Makel der Vergangenheit zu loszuwerden. 2010 kaufte eine private Investorengruppe die Firma. Der Gründer Erik Prince, ein früherer Marinesoldat und Millionenerbe, verließ das Unternehmen. 2011 erfolgte die erneute Umbenennung in Academi. Geleitet wird die Firma nun vom Ex-Brigadegeneral der US Army Craig Nixon. Im Aufsichtsrat sitzt auch der ehemalige Justizminister unter Präsident George W. Bush, John Ashcroft.

Das Management betont, rein gar nichts mehr mit Blackwater und Prince zu tun zu haben. Doch der Hauptsitz in McLean (Virginia) und die Trainingsanlage in North Carolina wurden übernommen. Das Unternehmen erhält weiterhin lukrative Aufträge der US-Regierung, unter anderem als Betreiber von Militäranlagen in Afghanistan.

Die Firma gibt an, pro Jahr rund 20 000 Mitarbeiter zu Aufträgen zu entsenden. Kunden seien Regierungen und private Einrichtungen. Nach brasilianischen Medienberichten schulte Academi zuletzt die Polizei des Landes für den Umgang mit terroristischen Bedrohungen bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft.

Bericht über Ausbildung brasilianischer Polizisten (portugisiesch)

Selbstdarstellung Academi

Bericht über Umbenennung in Academi (Washington Post)

Bericht des US-Kongresses zur Nutzung privater Sicherheitsfirmen (2011)