Berlin (dpa) - Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Kritik an seiner Geburtstagsparty in St. Petersburg und der herzlichen Umarmung mit Kremlchef Wladimir Putin zurückgewiesen. "Der russische Präsident ist keine Persona non grata", sagte Schröder der "Welt am Sonntag" und dem "SonntagsBlick".

Das Treffen von Ende April inmitten der Ukraine-Krise hatte heftige Kritik an Schröder nach sich gezogen.

Er habe "nicht eine Sekunde" darüber nachgedacht, darum zu bitten, den Empfang abzusagen, sagte der SPD-Politiker und verteidigte auch seine Umarmung mit Putin am Rande der Feier. "Natürlich war mir klar, dabei fotografiert zu werden. Aber ich habe nichts zu verbergen, und ich werde mich auch nicht verbiegen. Seitdem ich Wladimir Putin kenne, seit mehr als 14 Jahren, begrüßen wir uns so", sagte Schröder. "Das ändere ich auch nicht in schwierigen Zeiten."

Der Altkanzler fügte an, das Treffen habe, "was die Freilassung der OSZE-Militärbeobachter angeht, auch zu einem Erfolg geführt". Er habe Putin gebeten, dabei zu helfen, die in der Ostukraine festgehaltenen Männer, darunter vier Deutsche, freizubekommen. Anfang Mai waren sie aus ihrer einwöchigen Geiselhaft entlassen worden.