Vilnius (dpa) - Im baltischen EU- und Nato-Land Litauen hat die Präsidentenwahl mit verhaltener Beteiligung begonnen. Bis zum Vormittag gaben nach Angaben der Wahlkommission rund zehn Prozent der mehr als 2,5 Millionen Berechtigten ihre Stimme ab.

Um das höchste Staatsamt bewerben sich sieben Kandidaten. Klare Favoritin bei der Direktwahl ist die Amtsinhaberin Dalia Grybauskaite (58). Für einen Sieg in der ersten Runde sind mehr als 50 Prozent der Stimmen nötig.

Die Wahllokale schließen um 20 Uhr Ortszeit (19 Uhr MESZ). Mit aussagekräftigen Ergebnissen wird in der Nacht zum Montag gerechnet.

Grybauskaite wollte über ihre Chancen auf einen Sieg im ersten Durchgang nicht spekulieren. "Ich überlasse alles dem Willen des Volkes", sagte sie bei der Abgabe ihrer Stimme in der Hauptstadt Vilnius. Bei Umfragen vor der Wahl kam die parteilose Politikerin auf mehr als 40 Prozent. Erreicht keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, gehen die beiden Bestplatzierten in zwei Wochen parallel zur Europawahl am 25. Mai in eine Stichwahl.

Grybauskaite trat ihre Amtszeit im Juli 2009 an. Die frühere EU-Haushaltskommissarin ist das erste weibliche Staatsoberhaupt in Litauen seit der Unabhängigkeit 1990 von der damaligen Sowjetunion.

Litauische Präsidialkanzlei

Litauische Wahlkommission