Vilnius (dpa) - Das baltische EU- und Nato-Land Litauen hat am Sonntag ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Als klare Favoritin ging Amtsinhaberin Dalia Grybauskaite in das Rennen. "Ich überlasse alles dem Willen des Volkes", sagte die 58-Jährige bei ihrer Stimmabgabe in der Hauptstadt Vilnius.

Bei Umfragen vor der Wahl kam die parteilose Politikerin auf mehr als 40 Prozent. "Ich glaube, es wird eine zweite Runde geben", sagte Regierungschef Algirdas Butkevicius auf dem Weg ins Wahllokal. Auch Ex-Präsident Valdas Adamkus hielt eine Stichwahl für möglich.

Bei wechselhaftem Wetter hatte bis zum frühen Nachmittag gut ein Viertel der mehr als 2,5 Millionen Berechtigten gewählt. Damit lag die Beteiligung nach Angaben der Wahlkommission etwas höher als bei der Präsidentenwahl 2009.

Um das höchste Staatsamt in der Ex-Sowjetrepublik bewerben sich sieben Kandidaten. Für einen Sieg in der ersten Runde sind mehr als 50 Prozent der Stimmen nötig. Die Wahllokale hatten bis 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) geöffnet.

Mit aussagekräftigen Ergebnissen wurde in der Nacht zum Montag gerechnet. Erreicht kein Kandidat die absolute Mehrheit, gehen die beiden Bestplatzierten parallel zur Europawahl am 25. Mai in eine Stichwahl.

Grybauskaite hatte Adamkus, der nach zwei Amtsperioden verfassungsgemäß nicht wieder kandidieren durfte, 2009 als Staatsoberhaupt abgelöst. Die frühere EU-Haushaltskommissarin ist die erste Frau an der Spitze Litauen seit der Unabhängigkeit 1990 von der damaligen Sowjetunion.

Litauische Präsidialkanzlei

Litauische Wahlkommission