Schönefeld (dpa) - Am neuen Hauptstadtflughafen warten die Anwohner noch immer auf ausreichenden Lärmschutz. "Insgesamt haben wir hier keinen einzigen endgültigen Bescheid", sagte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, am Montag.

Er bezog sich auf die 14 000 Haushalte im sogenannten Tagschutzgebiet. Sie erhalten Schallschutzfenster, Dämmungen und Lüfter oder werden mit Geld entschädigt.

Der Flughafen musste im vergangenen Jahr beim Schallschutzprogramm weitgehend von vorn beginnen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte entschieden, dass die Betreiber die Vorgaben verfehlt hatten. Nun werden für das Programm nach Angaben von Flughafenchef Hartmut Mehdorn 730 Millionen Euro statt der erst geplanten 139 Millionen Euro fällig. Insgesamt geht es um mehr als 25 000 Haushalte.

Wann der Flughafen in Betrieb geht, ist wegen der Technikprobleme, wegen Planungsfehlern und Baumängeln zwar unklar. Mehdorn muss aber vorher mit dem Schallschutz vorankommen, weil er sonst nicht die Südbahn vorübergehend in Betrieb nehmen kann.

Das ist nötig, um wie geplant ab März die nördliche Start- und Landebahn zu sanieren. Von ihr starten die Flugzeuge vom bestehenden Flughafen Schönefeld nebenan. Der Neubau soll die Piste vom alten Flughafen übernehmen. Die Behörden verlangen, dass die Schallschutzbescheide sechs Monate vorher vorliegen.

Steintjes sagte, es gebe in der Kommission Zweifel, ob das noch gelinge. Der Flughafen habe sich aber zuversichtlich geäußert.

Die Betreiber kündigten nach Steintjes Worten in der Kommissionssitzung an, nicht nur bei Landungen, sondern auch bei Starts Lärmentgelte von den Airlines zu verlangen. Zahlen habe der Flughafen aber noch nicht genannt, sagte Steintjes.