Osnabrück (dpa) - Die deutschen Carsharing-Anbieter setzen auf eine stärkere Vernetzung mit dem öffentlichen Nahverkehr, Taxis und der Fahrrad-Infrastruktur.

Geplant sei, dass eine Abo-Karte des öffentlichen Verkehrsunternehmens auch für Stadtteilautos, Mieträder oder Fahrrad-Abstellmöglichkeiten genutzt werden könne, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing, Willi Loose, am Freitag in Osnabrück.

Vereinzelt gebe es solche Angebote schon, etwa in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. "Bundesweit sind es aber weniger als zehn Städte", berichtete Loose vor einem Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Carsharing-Branche in Deutschland.

Das erste Angebot in der Bundesrepublik startete im Juni 1988 in Berlin mit einem Pilotprojekt, sagte Loose. Heute setzen aktuellen Zahlen zufolge deutschlandweit mehr als 750 000 Menschen auf die Stadtteilautos - Tendenz steigend.

Carsharing sei eine umweltfreundliche Antwort auf die vom Verkehr verstopften Innenstädte: "Eine Studie zeigt, dass ein neu angeschafftes Carsharing-Auto bis zu elf Autos im Privatbesitz ersetzen kann." Ideal sei es für Menschen, die nicht öfter als zweimal in der Woche ein Auto brauchen und maximal 10 000 Kilometer im Jahr fahren.

Die Stadtwerke Osnabrück sind nach eigenen Angaben deutschlandweit der einzige Anbieter, bei dem das örtliche Verkehrsunternehmen ein Carsharing-Angebot in einem Gemeinschaftsunternehmen mit betreibt. "Das eigene Auto gilt bei den jungen Menschen nicht mehr als Symbol der individuellen Freiheit", sagte Vorstand Stephan Rolfes.