Slawjansk (dpa) - Prorussische Aktivisten berichten von neuen Kämpfen in der von ihnen kontrollierten ostukrainischen Großstadt Slawjansk.

Die Aufständischen hätten den Beschuss durch Regierungstruppen abgewehrt und sieben Angreifer getötet, sagte der selbst ernannte "Volksbürgermeister", Ponomarjow, der Agentur Interfax.

Eine offizielle Bestätigung der Regierung in Kiew gab es dafür allerdings nicht.

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow teilte mit, dass ein Lager der regierungstreuen Nationalgarde von schwer bewaffneten prorussischen Uniformierten überfallen worden sei. Dabei sei ein Angreifer erschossen, ein anderer gefangenen genommen worden.

Die Nationalgarde informierte in Kiew darüber, dass Teile einer Einheit auf einem Militärgelände im Raum Donezk am Samstag zu den prorussischen Kräften übergelaufen seien. Gegen die Männer werde wegen Verrats ermittelt. Der Stützpunkt mit Technik habe nach dem Zwischenfall verlagert werden müssen.

Die von der EU und den USA unterstützte Regierung geht seit Wochen mit einer "Anti-Terror-Operation" gegen die Separatisten in den nicht anerkannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk vor. Dabei starben in der Region bereits mehr als 100 Menschen.

Am Samstag war auch der zweite Runde Tisch zur Entschärfung des Konflikts in der Ukraine ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Beobachter sprachen nach dem Treffen in der Stadt Charkow aber von einer deutlich besseren Gesprächsatmosphäre als zuletzt. Regierungschef Arseni Jazenjuk kündigte weitere Runde Tische an, um die von separatistischen Bestrebungen bedrohte Einheit des Landes zu erhalten. Wie beim ersten ergebnislosen Treffen in der Hauptstadt Kiew am Mittwoch blieben auch in der zweiten Runde die militanten prorussischen Kräfte außen vor.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat Russland mit harten Sanktionen gedroht, sollte die Ukraine-Wahl scheitern. Am 25. Mai soll dort ein neuer Präsident gewählt werden. "Europa wird nicht einfach zuschauen, wenn die Abstimmung von außen gestört wird", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". "Dann würden wir auch über weitere Sanktionen reden müssen." Sollte die Präsidentschaftswahl scheitern, wäre ein gefährlicher Punkt erreicht, sagte der Vizekanzler. "Russland muss dazu beitragen, dass am 25. Mai die Wahl in der Ukraine stattfindet und das Ergebnis von allen akzeptiert wird", so Gabriel.