Athen (dpa) - In Griechenland haben Kommunalwahlen begonnen, die als wichtiger Stimmungstest für die Regierung in Athen gelten. Rund 9,8 Millionen Wähler sind aufgerufen, über die Bürgermeister in 325 Städten und die Regionalgouverneure in 13 Regionen des Landes abzustimmen.

Die Wahllokale sollen um 18.00 Uhr (MESZ) schließen. In den meisten Regionen und Städten wird mit einer Stichwahl am 25. Mai gerechnet. Die Abstimmung gilt als Vorgeschmack auf die Wahl des Europaparlaments am 25. Mai.

Angesichts der andauernden harten Sparpolitik mit einer Arbeitslosenquote von knapp 27 Prozent könnten die Wähler der Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras einen Denkzettel verpassen. Die stärkste Oppositionspartei, das Bündnis der radikalen Linken (Syriza), erklärte die Kommunalwahlen und vor allem die Europawahlen zu einer Art Volksabstimmung. Parteichef Alexis Tsipras forderte, im Falle eines Sieges der Linken solle die Regierung "einpacken". Dann müsse es vorgezogene Parlamentswahlen geben.

Interessant wird laut Demoskopen sein, wie die Kandidaten der rechtsradikalen und rassistischen Partei Goldene Morgenröte abschneiden. Umfragen sehen sie in Athen bei gut zehn Prozent.

Wahlanalysten wollen vor allem die Ergebnisse in Athen und Thessaloniki unter die Lupe nehmen. In und um die beiden größten Städte des Landes lebt fast die Hälfte aller Griechen. In Athen führt Umfragen zufolge der amtierende Bürgermeister Giorgos Kaminis, der hauptsächlich von den Sozialisten und der Demokratischen Linken unterstützt wird. In Thessaloniki liegt der unabhängige, nach Mitte-Links orientierte Bürgermeister Giannis Boutaris in Führung.

Mit ersten Prognosen wird unmittelbar nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr (MESZ) gerechnet.

Innenministerium zu Kommunalwahlen