Kairo (dpa) - Ein Strafgericht hat den früheren ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak (86) wegen illegaler Bereicherung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Seine beiden Söhne Alaa und Gamal erhielten am Mittwoch in dem selben Verfahren Haftstrafen von jeweils vier Jahren.

Die drei Mubaraks stehen auch noch wegen der Tötung von Demonstranten bei den Protesten von 2011 vor Gericht. Husni Mubarak war im Februar 2011 nach Massenprotesten von der Armeeführung zum Rücktritt gezwungen worden.

Die Mubarak-Familie muss außerdem 146,19 Millionen ägyptische Pfund (rund 15 Millionen Euro) in die Staatskasse zahlen. Der Betrag setzt sich zusammen aus einer Geldstrafe und der Rückerstattung von 125 Millionen ägyptischen Pfund, die von der Familie bei Baumaßnahmen auf dem Gelände der Präsidentenpaläste abgezweigt worden waren.

Gegen das Urteil ist Berufung möglich. Die Untersuchungshaft wird den Verurteilten nach Angaben aus Justizkreisen angerechnet. Freigelassen werden sie trotzdem nicht, weil sie in einem anderen Verfahren noch vor Gericht stehen.

Mubarak war im April 2011 verhaftet worden. Die maximale Dauer der Untersuchungshaft endete für ihn im vergangenen August. Seither steht er in einem Militärkrankenhaus in Kairo unter Hausarrest. Seine beiden Söhne sitzen im Gefängnis.

Der Ex-Präsident und seine beiden Söhne müssen sich derzeit wegen der Tötung von mehr als 800 Demonstranten während der damaligen Proteste vor Gericht verantworten. In diesem Verfahren droht dem früheren Langzeitmachthaber theoretisch die Todesstrafe.

Beobachter in Ägypten glauben jedoch nicht, dass Mubarak hingerichtet werden wird. Denn seit der Entmachtung seines Nachfolgers, Präsident Mohammed Mursi, im Juli 2013, geben in Ägypten wieder die Militärs den Ton an.

Ein Gericht hatte Mubarak bereits im Juni 2012 schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil war jedoch später aufgehoben worden.