Los Angeles (SID) - Der frühere Microsoft-Boss Steve Ballmer hat das Rennen um die Los Angeles Clippers aus der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA offenbar gewonnen und den Klub für zwei Milliarden Dollar (1,47 Milliarden Euro) gekauft. Dies berichten verschiedene US-Medien übereinstimmend. Der 58-Jährige soll bereits eine Vereinbarung unterschrieben haben.

Ballmer übernimmt den Verein für die NBA-Rekordsumme von Donald Sterling (80), der von der Liga nach einem Rassismus-Skandal zum Verkauf der Franchise gedrängt worden war. Verantwortlich für die Verhandlungen war aber Sterlings in Trennung lebende Ehefrau Shelly.

"Es ist ein großer Sieg für L.A. und alle Menschen in der Stadt, dass Steve Ballmer Besitzer der Clippers wird", schrieb Magic Johnson, Legende des Lokalrivalen Los Angeles Lakers, bei Twitter. Der lebenslang gesperrte Donald Sterling versucht aber weiterhin, rechtlich gegen die NBA-Sanktionen vorzugehen.

Neben Ballmer hatten nach Informationen des TV-Senders ESPN auch Medienmogul David Geffen (Angebot: 1,6 Milliarden) sowie die Investoren Tony Ressler and Steve Karsh (1,2) ihren Hut in den Ring geworfen. Auch der ehemalige NBA-Profi Grant Hill (1,2) und eine Gruppe um die US-Talk-Ikone Oprah Winfrey gehörten zu den Interessenten.

Ballmer, von 2000 bis 2014 Microsoft-Chef, hat bei weitem die bisherige Rekordsumme für ein NBA-Team überboten. Die Milwaukee Bucks waren Anfang des Jahres für 550 Millionen Dollar verkauft worden. Der nach Forbes-Angaben mehr als 20 Milliarden Dollar schwere Ballmer hatte vor rund einem Jahr bereits versucht, die Sacramento Kings zu kaufen und nach Seattle umzusiedeln.

Donald Sterling hatte die Clippers 1981 für 12,5 Millionen Dollar gekauft, der aktuelle Wert wurde zuletzt auf "nur" 550 Millionen Dollar (404 Millionen Euro) geschätzt.