Los Angeles (SID) - Der frühere Microsoft-Boss Steve Ballmer hat das Rennen um die Los Angeles Clippers aus der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA gewonnen und den Klub für angeblich zwei Milliarden Dollar (1,47 Milliarden Euro) gekauft. Wie die NBA am Freitagabend bestätigte, erzielte Ballmer mit Shelly Sterling Einigung über einen Verkauf. Der in Ungnade gefallene Klubbesitzer Donald Sterling (80) hatte seiner Frau vor wenigen Tagen das Team übertragen.

Demnach erwartet die Liga die notwendigen Dokumente von Shelly Sterling, Angaben über die Summe machte die NBA nicht. Sollten sich die kolportierten Zahlen bewahrheiten, würde Ballmer den Verein für eine NBA-Rekordsumme übernehmen. Sterling war nach einem Rassismus-Skandal zum Verkauf der Franchise gedrängt worden. Die für Dienstag angesetzte Anhörung, bei der die übrigen Klubbesitzer über den Verlust von Sterlings Inhaberschaft entscheiden, soll trotz der Einigung stattfinden.

"Es ist ein großer Sieg für L.A. und alle Menschen in der Stadt, dass Steve Ballmer Besitzer der Clippers wird", schrieb Magic Johnson, Legende des Lokalrivalen Los Angeles Lakers, bei Twitter. Der lebenslang gesperrte Donald Sterling versucht aber weiterhin, rechtlich gegen die NBA-Sanktionen vorzugehen.

Neben Ballmer hatten nach Informationen des TV-Senders ESPN auch Medienmogul David Geffen (Angebot: 1,6 Milliarden) sowie die Investoren Tony Ressler and Steve Karsh (1,2) ihren Hut in den Ring geworfen. Auch der ehemalige NBA-Profi Grant Hill (1,2) und eine Gruppe um die US-Talk-Ikone Oprah Winfrey gehörten zu den Interessenten.

Ballmer, von 2000 bis 2014 Microsoft-Chef, hat bei weitem die bisherige Rekordsumme für ein NBA-Team überboten. Die Milwaukee Bucks waren Anfang des Jahres für 550 Millionen Dollar verkauft worden. Der nach Forbes-Angaben mehr als 20 Milliarden Dollar schwere Ballmer hatte vor rund einem Jahr bereits versucht, die Sacramento Kings zu kaufen und nach Seattle umzusiedeln.

Donald Sterling hatte die Clippers 1981 für 12,5 Millionen Dollar gekauft, der aktuelle Wert wurde zuletzt auf "nur" 550 Millionen Dollar (404 Millionen Euro) geschätzt.