Tokio (dpa) - Japans Industrieproduktion ist im April im Vergleich zum Vormonat gesunken. Wie die Regierung am Freitag bekanntgab, verringerte sich der Ausstoß um saisonbereinigt 2,5 Prozent. Nachdem die Unternehmen ihre Produktion im Vorfeld der zum 1. April erfolgten Anhebung der Verbrauchssteuer noch angekurbelt hatten, fuhren sie die Fertigung im April wieder herunter.

Die erste Steueranhebung seit 17 Jahren sorgte auch dafür, dass die Verbraucherpreise im April um 3,2 Prozent anzogen und damit so stark wie seit Februar 1991 nicht mehr.

Zugleich gingen die Ausgaben der Haushalte mit 4,6 Prozent wieder deutlich zurück, nachdem sie im Monat vor der Steueranhebung noch um 7,2 Prozent kräftig gestiegen waren. Die Regierung geht jedoch davon aus, dass sich die Wirtschaft des Landes trotz der Steueranhebung weiter erholt.

Bei den Unternehmen herrscht jedenfalls zunehmend Arbeitskräftemangel. Im April kamen auf 100 Jobsuchende inzwischen 108 freie Stellen, so viele wie seit mehr als sieben Jahren nicht mehr. Die Arbeitslosenrate verharrte mit unverändert 3,6 Prozent zudem weiter auf einem niedrigen Niveau, wie die Regierung mitteilte.