Frankfurt/Main (dpa) - Trotz der kräftig anziehenden Inlandsnachfrage lässt der Aufschwung im deutschen Maschinenbau weiter auf sich warten.

Im April lag der Auftragseingang bei den Unternehmen der Schlüsselindustrie real um ein Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag in Frankfurt mitteilte. Zwar stiegen die Bestellungen aus dem Inland um acht Prozent, das Auslandsgeschäft ging jedoch um vier Prozent zurück.

Die Euro-Nachbarländer kauften im April weitgehend das gleiche Volumen wie im Vorjahr ein. Hier deute sich immerhin eine Trendwende zum Positiven an, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers: "Abermals enttäuschend verlief dagegen die um fünf Prozent niedrigere Nachfrage aus den Nicht-Euro-Ländern."

Damit habe sich der negative Trend der Bestellungen aus den Schwellenländern leider bestätigt. Das Geschäft mit den BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China) laufe weiterhin schwach, das gelte vor allem für Russland, betonte Wiechers: "Der rückläufige Trend der Exporte nach Russland aus dem Vorjahr hat sich verschärft. Wir hatten allein in den ersten drei Monaten einen Rückgang unserer Exporte nach Russland von 16 Prozent."

Zum Teil konnten die Verluste aber durch eine größere Nachfrage aus einigen europäischen Ländern sowie aus den USA kompensiert werden: "Die USA haben die deutlichsten Zuwächse auch bei den Exporten gebracht." Die Lieferungen der deutschen Maschinenbauer in die USA, ihrem zweitwichtigsten Absatzmarkt, waren im ersten Quartal um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Zudem sei der erneut kräftige Zuwachs der Inlandsnachfrage nach dem Plus von gut 13 Prozent im Vormonat sehr erfreulich. "Das ist insofern wichtig, als wir in Deutschland eine zunehmende Investitionsnachfrage erkennen." Im ersten Quartal waren die deutschen Ausrüstungsinvestitionen um 3 Prozent gestiegen. Davon profitiere inzwischen auch der Maschinen- und Anlagenbau.

Das zeigt sich auch in dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Februar bis April 2014. Hier sank der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um vier Prozent. Die Inlandsaufträge lagen bei plus fünf Prozent, die Auslandsaufträge bei minus sieben Prozent.