Madrid (dpa) - Ein Diktator erkor ihn zum Nachfolger, doch allen Skeptikern zum Trotz führte König Juan Carlos I. sein Land zur Demokratie. Unter der Obhut Francisco Francos hatte er seine Ausbildung erhalten, 1969 ernannte Franco den Prinzen zu seinem königlichen Nachfolger.

Als Juan Carlos im November 1975 - kurz nach dem Tod des Diktators - mit 37 Jahren den Thron bestieg, stand er an der Spitze eines Landes, das seit dem Bürgerkrieg (1936-1939) gespalten war und dessen Bevölkerung für die Monarchie wenig übrig hatte.

Gegen den Widerstand des alten Regimes und gegen die Pläne Francos leitete Juan Carlos einen Demokratisierungsprozess ein. 1976 entließ er den von Franco eingesetzten Ministerpräsidenten Carlos Arias Navarro und machte den reformfreudigeren Adolfo Suárez (1932-2014) zum bis dahin jüngsten Ministerpräsidenten in Spaniens Geschichte.

In einem Referendum billigten die Spanier 1976 ein Gesetz, in dem sich die Regierung zur grundlegenden Reform der politischen Institutionen verpflichtete. Weitere Meilensteine waren die Zulassung von Parteien und Gewerkschaften, die Parlamentswahlen 1977 und die Verfassung von 1978. Sie definiert Spanien als "sozialen und demokratischen Rechtsstaat" und gesteht den Regionen das Recht auf Autonomie zu.

Die letzten Zweifler brachte Juan Carlos auf seine Seite, als er im Februar 1981 die junge Demokratie standhaft gegen einen militärischen Putschversuch verteidigte.

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