Montréal (SID) - Der Große Preis von Kanada ist eines der beliebtesten Rennen im Kalender der Formel 1, seit 1978 findet es auf dem malerisch gelegenen Circuit Gilles Villeneuve statt. Der Sport-Informations-Dienst (SID) hat alles Wissenswerte über den Kurs auf der Ile Notre-Dame zusammengestellt.

DIE BESTEN: Die Bestenlisten rund um den Großen Preis von Kanada sind fest in der Hand der Familie Schumacher. Rekordweltmeister Michael feierte auf dem Circuit Gilles Villeneuve die meisten Siege (7) und die meisten Pole Positions (6) - die schnellste Runde gehört seinem jüngeren Bruder Ralf. Im Qualifying von 2004 absolvierte der damalige Williams-BMW-Pilot den Kurs in 1:12,275 Minuten. Am selben Wochenende gelang Ferrari-Pilot Rubens Barrichello in 1:13,622 Minuten zudem die schnellste Rennrunde.

DER NAME: Seit dem Tod von Gilles Villeneuve im Jahr 1982 trägt die Strecke in Montréal den Namen des Vizeweltmeisters von 1979. Der Vater des Ex-Weltmeisters Jacques Villeneuve starb bei einem Unfall mit seinem Ferrari im Rahmen des Großen Preises von Belgien. Auch der Schriftzug "Salut Gilles" erinnert an der Start- und Ziellinie an den Kanadier.

DAS LÄNGSTE UND LANGSAMSTE: Der Große Preis von Kanada hält ein paar Rekorde, die es eher nicht auf einen Briefkopf schaffen, allesamt aufgestellt 2011. Das Rennen vor drei Jahren war das zeitlich längste (4:04:39,537 Stunden) und auch das langsamste (74,864 km/h im Schnitt) Rennen der Formel-1-Geschichte. Zudem war das Safety Car insgesamt 30 Runden auf der Strecke - ebenfalls ein Rekord. Grund waren heftige Regenfälle, das Rennen musste für über zwei Stunden unterbrochen werden.

WETTER: Der Regen ist ohnehin so eine Sache in Montréal, das Rennen gilt grundsätzlich als Wetterlotterie - dabei gab es in den vergangenen zehn Jahren bloß ein echtes Regenrennen (2011). Vorhersagen sind aber stets schwierig. Erst am Dienstag tobte ein Unwetter über der Millionenstadt, Stromausfälle und umgeleitete Flüge waren die Folge - am Wochenende soll über der Ile Notre-Dame aber die Sonne strahlen.

THE WALL: Berühmt und berüchtigt ist die Strecke seit 1999 für ihre "Wall of Champions", die Mauer am Ende der letzten Schikane vor Start und Ziel. In kurzer Folge krachten vor 15 Jahren die Weltmeister Damon Hill, Michael Schumacher und Jacques Villeneuve in die Begrenzung und mussten ihr Rennen beenden. Und sie sollten in den Folgejahren einige Nachahmer finden.

GAS GEBEN: Der Circuit Gilles Villeneuve ist eine Hochgeschwindigkeitsstrecke. Die langen Geraden ermöglichen einen Vollgasanteil von rund 65 Prozent pro Runde, entsprechend hoch ist der Benzinverbrauch - angesichts der Beschränkungen seit dieser Saison ein interessanter Randaspekt.

BREMSEN: Die Strecke ist schnell, aber keineswegs fließend. Viele harte Tempowechsel sorgen für eine enorme Belastung der Bremsen, die kaum eine Möglichkeit zur Erholung haben. Allein vor der "Wall of Champions" verzögern die Autos von etwa 340 km/h in nur 80 Metern auf rund 140 km/h. In Montreal wird daher traditionell mit den dicksten Scheiben und den dicksten Belägen gefahren.

UND TÄGLICH: ... grüßt das Murmeltier. Die Strecke wurde nach den Olympischen Spielen 1976 auf der malerischen Ile Notre-Dame angelegt, wo die Ruderer um Edelmetall gekämpft hatten. Schön grün ist es auf der künstlichen Insel, und neben den Murmeltieren fühlen sich auch Füchse und Eichhörnchen dort so heimisch, dass sie am Rennwochenende nicht umziehen möchten. Entsprechend häufig sorgen tierische Besucher mit ihren Ausflügen auf die Strecke für Aufsehen.