Rom (dpa) - Schon bei seiner ersten Nominierung im März fragten sich viele Fußballfans in Deutschland: Shkodran wer? Und auch im vorläufigen WM-Kader tauchte der in der Heimat weitgehend unbekannte Profi auf.

Dabei hatte der am Samstag doch noch zum WM-Spieler beförderte Shkodran Mustafi alle Junioren-Nationalmannschaften des DFB durchlaufen, war 2009 mit der U 17 sogar Europameister geworden - an der Seite von Mario Götze.

"Ich war gerade auf dem Weg nach Hause, da hat mich der Bundestrainer angerufen", schilderte der 22-Jährige seine Nachnominierung in den 23-köpfigen Kader von Joachim Löw. Am Vortag hatte sich Marco Reus wegen einer schweren Spunggelenksverletzung bei der WM-Generalprobe gegen Armenien in Mainz von seinem Brasilien-Traum verabschieden müssen.

Plötzlich steht der Innenverteidiger im Blickpunkt nicht nur der deutschen Anhänger. Der in Bad Hersfeld geborene Sohn albanischer Eltern war aus der Jugend des Hamburger SV mit 17 Jahren nach England zum FC Everton gewechselt und musste schnell erwachsen werden.

Zu Jahresbeginn 2012 ging Mustafi ablösefrei zum damaligen italienischen Zweitligisten Sampdoria Genua, schaffte mit dem Club den Aufstieg in die Serie A. "In Italien bin ich ein bisschen zum Fanliebling gereift, in Deutschland bin ich Mr. Unbekannt", sagte er im Trainingslager des DFB-Team in Südtirol.

Den Sprung in den endgültigen WM-Kader hatte Mustafi, der Deutsch, Albanisch, Englisch und Italienisch spricht, nach dem Trainingscamp noch verpasst. Jetzt geht es sozusagen durch die Hintertür doch noch nach Brasilien. "Es tut mir sehr leid für Marco, aber ich freue mich natürlich, dass ich dabei sein kann", sagte Mustafi der Nachrichtenagentur dpa.

Mitteilung des DFB