Rio de Janeiro (SID) - Fußball-Nationalspieler Marco Reus hat im Länderspiel am Freitagabend in Mainz gegen Armenien (6:1) einen Teilriss der vorderen Syndesmose oberhalb des linken Sprunggelenks erlitten. Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack hatte sich vor der WM 2010 nach einem Foul von Kevin-Prince Boateng ebenfalls einen Teilriss der vorderen Syndesmose zugezogen, hinzu kam ein Innenbandriss. Ballack verpasste das Turnier. 

Medizinisch ist eine (Teil-)Ruptur der Syndesmose eine heikle Verletzung. Das Schienbein und das Wadenbein bilden die knöcherne Gabel für das Sprunggelenk. Die beiden Knochen werden mit zwei Bändern festgehalten, der Syndesmose. Der vordere Teil dieser Halterung ist bei Reus teilweise gerissen. Wenn eine Belastung erfolgt, werden die beiden Knochen auseinandergedrückt. Das verursacht Schmerzen und schränkt die Stabilität so stark ein, dass man keinen Sport mehr treiben kann.

Verletzungen der Syndesmose werden in der Regel durch Entlasten und Ruhigstellen, mit Schiene oder Gips, behandelt. Vom Ruhigstellen steift das Gelenk schnell ein, deshalb muss der verletzte Sportler schnell wieder funktionell belasten.

Das Wort Syndesmose stammt aus dem Griechischen, es ist eine Zusammensetzung der Begriffe "syn" (zusammen) und "desmos" (Band). Die deutsche Entsprechung lautet "Bandhaft". Die Syndesmose gehört zu den bindegewebigen Knochenverbindungen (Articulationes fibrosae). Sie ist auch zwischen Schien- und Wadenbein und im Unterarm zwischen Elle und Speiche zu finden.