Brüssel (dpa) - Die Türkei hat bei einer Sondersitzung des Nato-Rates ihre Verbündeten über die Lage nach der Entführung türkischer Bürger im Konsulat der irakischen Stadt Mossul informiert. Nato-Diplomaten sagten, bei dem Nato-Treffen am Vorabend habe es keine Wünsche Ankaras nach Unterstützung durch die Nato gegeben.

Die Nato-Mitglieder verfolgten die Lage "sehr gründlich und mit großer Besorgnis". Die etwa 30 Minuten dauernde Sitzung der Nato-Verbündeten sei auf Antrag der Türkei lediglich zur Information einberufen worden, hieß es.

Die Türkei habe sich bei der Bitte um die Sondersitzung nicht auf Artikel 4 des Nato-Vertrages gestützt. Dieser sieht Konsultationen vor, wenn nach Auffassung eines Nato-Mitglieds "die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit" eines Nato-Mitglieds bedroht ist. Artikel 5 habe ohnehin nicht zur Debatte gestanden: Dieser sieht militärischen Beistand im Fall eines Angriffs vor.

Nato-Vertrag