Stimmungsdämpfer für die deutsche Wirtschaft

München (dpa) - Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist wieder gesunken - Grund zu Konjunktursorgen gibt es aber nur bedingt. Zwar fiel der wichtige Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni deutlicher als von Ökonomen erwartet auf den tiefsten Stand seit Dezember. Die andauernde Krise in der Ukraine und der Irak-Konflikt lassen die Unternehmen jedoch weitgehend unbeeindruckt - zumindest was die Bewertung ihrer aktuellen Lage angeht, wie das Ifo Institut am Dienstag in München mitteilte. Die Erwartung für das nächste halbe Jahr drückte den Ifo-Index allerdings. Der Wert sank von 106,2 auf 104,8 Punkte, während die Beurteilung der Lage bei 114,8 Punkten stabil blieb.

Reallöhne ziehen wieder an

Wiesbaden (dpa) - Nach einer zwölfmonatigen Durststrecke haben die deutschen Arbeitnehmer im ersten Quartal wieder echte Einkommenszuwächse erzielt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stiegen die Reallöhne um 1,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Das war das stärkste Wachstum der um die Inflation bereinigten Bruttogehälter seit dem Frühjahr 2011. Es sei sowohl von festen Gehaltsbestandteilen wie auch von Sonderzahlungen getragen worden. Die nominalen Löhne sind in der Jahresfrist um 2,6 Prozent gestiegen, während die Verbraucherpreise nur um 1,2 Prozent zulegten.

EnBW kündigt Wertberichtigung in Milliardenhöhe an

Karlsruhe (dpa) - Die anhaltend niedrigen Strompreise machen den Energieversorgern zu schaffen. Das zwingt EnBW zu einer Wertberichtigung in Milliardenhöhe. Auf den Kraftwerkspark entfalle ein Wertberichtigungsbedarf von rund 1,2 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag in Karlsruhe mit. Dazu kämen höhere Verlustrückstellungen durch sinkende Strompreise in Höhe von 0,3 Milliarden Euro. Grund für die Sonderbelastungen von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro seien deutlich verschlechterte Erwartungen bezüglich der langfristigen Strompreisentwicklungen.

Studie: Ost-Industrie spürt noch immer Teilungsfolgen

Berlin (dpa) - Die Industrie im Osten Deutschlands leidet nach einer Studie noch immer unter den Folgen der deutschen Teilung und der Planwirtschaft der DDR. "Die historischen Umbrüche sind bis in die Gegenwart sichtbar", sagte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), am Dienstag bei der Vorlage eines Atlas zur Industrialisierung der ostdeutschen Bundesländer. Diese hätten den Abstand zum Westen jedoch verkürzt. Studienautor Gerald Braun sagte, es fehlten Konzernzentralen mit ihren Entwicklungsabteilungen ebenso wie eine unternehmerische Kultur. Jedoch hätten sich in Sachsen und Thüringen lebensfähige Wachstumszentren entwickelt.

Investoren global wieder mutiger - Deutschland weiter attraktiv

Genf (dpa) - Internationale Investoren werden wieder mutiger - und Deutschland gehört für sie zu den 20 attraktivsten Ländern der Welt. Zugleich haben Spanien und Italien laut UN-Angaben das Vertrauen von Kapitalanlegern zurückgewonnen. Hingegen mussten Frankreich und Großbritannien 2013 zum zweiten Mal in Folge starke Rückgänge bei ausländischen Direktinvestitionen (FDI) hinnehmen. Spitzenreiter im neuen Weltinvestitionsbericht, der am Dienstag in Genf vorgelegt wurde, sind einmal mehr die USA und China. WM-Gastgeber Brasilien rangiert auf Platz fünf. Global weist die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) in ihrem Bericht für 2013 einen Anstieg ausländischer Direktinvestitionen um 9 Prozent auf 1,45 Billionen Dollar aus (1,07 Billionen Euro).

Lebensmittelverein: Potenzial für Halal-Essen unterschätzt

Berlin (dpa) - Deutsche Lebensmittelhersteller und Supermärkte unterschätzen nach Ansicht eines Branchenvereins das Potenzial für Lebensmittel, die nach muslimischen Regeln produziert werden. Es gebe etwa drei Millionen Menschen mit türkischem Hintergrund im Land, berichtete Stephan Becker-Sonnenschein vom Verein "Die Lebensmittelwirtschaft" am Dienstag in Berlin. Ihre Kaufkraft für Nahrungsmittel werde auf 18 bis 20 Milliarden Euro im Jahr geschätzt. Im Islam darf Essen zum Beispiel kein Schweinefleisch und keinen Alkohol enthalten. Manche Produkte tragen entsprechende Halal-Siegel.

Microsoft kämpft um Hoheit in der Cloud

Redmond (dpa) - Microsofts neuer Chef Satya Nadella heizt den Kampf um die Vormachtstellung im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft an. Er senkt die Preise für Online-Speicher und räumt den Nutzern zugleich mehr Platz auf den Servern des Konzerns ein. Die Aktion zielt gegen die Rivalen Apple, Google und Amazon. Die Neuerungen würden ab dem kommenden Monat gelten, hieß es am Montag im Firmen-Blog. Bei den Diensten von Microsoft und seinen Rivalen lassen sich Fotos, Videos oder andere Dateien direkt vom Smartphone oder PC in den Online-Speicher hochladen. So können die Daten gesichert, auf anderen Geräten angesehen oder mit Freunden und Bekannten geteilt werden.

Dax tritt nach Bekanntgabe von Ifo-Index auf der Stelle

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag kaum auf einen etwas enttäuschenden Ifo-Index reagiert. Bankvolkswirte äußerten sich zwar skeptisch. Konjunktursorgen wurden aber nur bedingt laut. Der deutsche Leitindex trat bei 9922 Punkten auf der Stelle. Am deutschen Rentenmarkt stagnierte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,07 Prozent. Der Kurs des Euro zog an. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3618 (Montag: 1,3596) Dollar fest.