Nürnberg (dpa) - Im Sommer wird auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland wohl weitgehend Stillstand herrschen. Darauf deutet eine Einschätzung der 156 Arbeitsagentur-Chefs hin.

Sie rechnen in den kommenden drei Monaten mit einer Stagnation, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Job-Barometer des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.

Der um Saisoneffekte bereinigte Frühindikator ging im Juni zum vierten Mal in Folge zurück. Er liegt nun bei 99,6 Punkten und damit knapp unter der 100er-Marke, die Stillstand signalisiert.

"Der Optimismus unter den Arbeitsagenturen ist vorerst verflogen", kommentierte IAB-Spezialist Enzo Weber den aktuellen Rückgang. Zum Jahresanfang sei die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt auch dank der milden Witterung noch deutlich besser gewesen.

Inzwischen jedoch kühlten das schwächere Wachstum der Schwellenländer und die Krise in der Ukraine die Konjunktur in Deutschland ab. "Dem Arbeitsmarkt geht damit Schubkraft verloren", erläuterte Weber.

Einen merklichen Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl signalisiere der Rückgang des Job-Barometers jedoch nicht. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen werden am Dienstag (1. Juli) veröffentlicht.

Mitteilung IAB