Brüssel (dpa) - Der erbitterte Streit über den künftigen Kommissionspräsidenten bestimmte den EU-Gipfel. Weitere Themen waren die Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, Georgien und Moldau sowie der Konflikt in der Ostukraine. Die wichtigsten Zitate:

"Es gibt Zeiten, in denen es sehr wichtig ist, dass man an seinen Prinzipien festhält, dass man an seinen Überzeugungen festhält, selbst wenn die Chancen nicht gut sind." (Der britische Premierminister David Cameron zur Ablehnung des Luxemburger Jean-Claude Juncker als künftigen EU-Kommissionspräsidenten)

"Ich glaube, dass einige Menschen in Großbritannien wirklich den Tatsachen ins Auge sehen müssen. Die EU ist eine sehr gute Sache für Großbritannien." (Der finnische Regierungschef Alexander Stubb über die Haltung Großbritanniens gegenüber der EU)

"Ich glaube, dass Europa insgesamt eine Win-win-Situation für uns alle ist." (Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Möglichkeit, dass Großbritannien die EU verlassen könnte)

"Ich glaube, das richtige Prinzip ist - wenn man das Wahlergebnis hat - dass die größte Gruppe im Europaparlament einen Kandidaten benennen kann. Und das ist Jean-Claude Juncker." (Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt über die Juncker-Debatte)

"Sie (die Briten) können nicht allein die anderen 26 stoppen, die einverstanden sind." (Der amtierende belgische Regierungschef Elio Di Rupo über Camerons Haltung)

"Ich war einer der 26, die für Juncker gestimmt haben." (Der griechische Regierungschef Antonis Samaras über die Ernennung Junckers)

"Jeder hatte seine Position und jeder hat die erklärt. Aber es hat keiner geweint, es hat keiner geschrien, es ist keiner aufgestanden, und es hat keiner die Tür zugeschlagen." (Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel über die Personalie Juncker)

"Ich bin keine Kandidatin. Ich bin die Premierministerin Dänemarks. (...) Das ist ein wunderschönes Land, und ich hoffe sehr, die nächsten Wahlen in Dänemark zu gewinnen und meine Partei zu führen." (Die dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt am Donnerstag beim Treffen der sozialdemokratischen Regierungschefs im belgischen Elverdinge auf die Frage, ob sie für den EU-Ratsvorsitz kandidiert.)

"Also ich will die Chancen von niemandem zunichtemachen, dadurch dass ich ihn für einen solchen wichtigen Posten empfehle." (Der britische Premier Cameron auf die Frage, wie er zu Thorning-Schmidt als möglicher Ratsvorsitzenden stehe)

"Wir hoffen, dass die Deeskalation, die wir in den vergangenen Tagen hatten, die Regel sein wird und nicht die Ausnahme." (Der luxemburgische Premier Xavier Bettel zur Krise in der Ukraine)

"Wir müssen nicht Sanktionen der Sanktionen halber einführen. Wir brauchen einen Dialog, wir müssen mit Russland sprechen." (Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko über die Krise in seinem Land)

"Es gibt in diesen Abkommen und in der Haltung der EU dazu nichts, was Russland in irgendeiner Weise schaden könnte." (Der EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy über die Unterzeichnung der Assoziierungsabkommen)

"Diese Abkommen sind für etwas, sie sind nicht gegen irgendjemanden." (Der amtierende Kommissionspräsident José Manuel Barroso über die Assoziierungsabkommen)

"Ich glaube, dies ist einer der besonders historischen Tage seit dem Erlangen der Unabhängigkeit." (Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko über die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens)

"Ich würde Estland nicht als ehemaligen sowjetischen Blockstaat bezeichnen. Estland war von der Sowjetunion besetzt, das ist etwas ganz anderes." (Estlands Ministerpräsident Taavi Rõivas auf die Frage, wie er die Assoziierungsabkommen mit Georgien, Moldau und der Ukraine einschätzt)