Buenos Aires (dpa) - Argentiniens Vizepräsident Amado Boudou muss wegen des Verdachts auf Korruption vor Gericht.

Ermittlungsrichter Ariel Lijo beschloss, die Anklage gegen Boudou wegen des Verdachts auf passive Vorteilsgewährung im Amt und unerlaubte Bereicherung zuzulassen. Das berichtete das Nachrichtenportal der Justiz CIJ.

Boudou soll nach Dafürhalten der Anklage in seinem vorherigem Amt als Wirtschaftsminister den Verkauf einer Banknoten-Druckerei an Geschäftsfreunde gefördert haben. Das Unternehmen wurde 2010 mittels einer vom damaligen Wirtschaftsminister befürworteten Steuerbegünstigung vor dem Konkurs gerettet. Die Druckerei erhielt 2012 von der Regierung den Auftrag zum Druck neuer Geldscheine.

Der Richter setzte für Boudou eine Kaution von 200 000 Pesos (18 000 Euro) fest. Neben Boudou wurden ein Geschäftsfreund des Vizepräsidenten, ein mutmaßlicher Käufer der Druckerei, zwei der vorherigen Inhaber des Unternehmens und ein ehemaliger Beamter des Finanzamtes angeklagt.

Die Opposition hat bereits während des Ermittlungsverfahrens den Rücktritt Boudous oder seine Beurlaubung bis zum Urteilsspruch gefordert. Der Vizepräsident kritisiert das Verfahren als eine politische Verfolgung. Boudou befindet sich auf einem offiziellen Besuch in Kuba und soll am Dienstag der Amtsübernahme des neuen Präsidenten Panamas, Juan Carlos Varela, beiwohnen.

Richterbeschluss in Justiz-Nachrichtenportal CIJ