Berlin (dpa) - Die anstehende Reform der Verbraucherinsolvenz bringt nach Einschätzung von Bundesverbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) Vorteile für Schuldner wie für Gläubiger.

Überschuldete Menschen bekämen dadurch früher eine "zweite Chance", sagte Maas auf dpa-Anfrage in Berlin. "Die Gläubiger profitieren ebenfalls von der Regelung, weil die Schuldner motiviert werden, möglichst viel zu bezahlen."

2013 hätten rund 90 000 Verbraucher einen Antrag auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens gestellt. "Das ist nicht nur ein Indiz für das Ausmaß der Überschuldung privater Haushalte in Deutschland", sagte der Ressortchef. "Es zeigt auch, dass viele Betroffene den Gang in die Verbraucherinsolvenz als Chance auf vollständige Entschuldung und einen wirtschaftlichen Neuanfang nutzen."

Am kommenden Dienstag (1.7.) tritt eine Gesetzesänderung zur Verbraucherinsolvenz in Kraft. Überschuldete Verbraucher haben demnach bereits nach drei statt sechs Jahren die Möglichkeit für einen Neustart, indem ihnen die Restschuld erlassen wird. Die Voraussetzung: Sie bezahlen in dieser Zeit mindestens 35 Prozent der Gläubigerforderungen sowie die Gerichtskosten und den Insolvenzverwalter.