Peking (dpa) - Der berühmte chinesische Künstler Ai Weiwei darf immer noch nicht ausreisen.

Einen Tag vor der Reise der Kanzlerin Angela Merkel nach China äußerte Ai Weiwei am Freitag aber die Hoffnung, dass ihm vielleicht nächste Woche doch noch die Ausreise zu seiner bis 13. Juli laufenden Ausstellung in Berlin erlaubt werde.

"Ich habe meinen Pass noch nicht", sagte Ai Weiwei der Nachrichtenagentur dpa in Peking. "Ich hoffe, ich kann ihn bekommen." Die Polizei sage ihm immer, ihm werde der Pass zurückgegeben, aber eben nicht wann.

Er würde sich freuen, wenn die Kanzlerin seinen Fall in Peking ansprechen könnte. Das müsse aber ihr überlassen werden. "Ich weiß nicht, ob Merkel die Sache erwähnen wird, aber wenn sie Wichtigeres zu diskutieren hat, wäre es mir lieber, wenn sie es lässt." Natürlich wäre er "sehr glücklich", wenn sie seiner Lage ihre Aufmerksamkeit schenken würde. "Ich denke, es wäre hilfreich."

Ai Weiweis bislang größte Werkschau "Evidence" im Martin-Gropius-Bau war wegen des großen Besucherandrangs bis 13. Juli verlängert worden. Diplomaten in Berlin rechnen damit, dass Merkel den Reisewunsch von Ai Weiwei ansprechen wird. Diese Frage bewege die Kanzlerin. Die Kanzlerin habe Menschenrechte immer zum Thema gemacht. Es sei aber nicht dienlich, öffentlich zu viel darüber zu reden.

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