München (dpa) - Weltweit sind Naturkatastrophen im ersten Halbjahr 2014 vergleichsweise glimpflich verlaufen.

So kamen deutlich weniger Menschen durch Ereignisse wie Stürme, Überschwemmungen und Erdbeben ums Leben als sonst in den ersten sechs Monaten eines Jahres, wie der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Mittwoch mitteilte.

Auch die gesamtwirtschaftlichen Schäden blieben - trotz der Überschwemmungen auf dem Balkan und des Extrem-Winters in Nordamerika - mit 42 Milliarden Dollar ebenso wie die versicherten Schäden (17 Mrd Dollar) erheblich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Dennoch dürfe man nicht vergessen, dass sich die Risikolage insgesamt nicht verändert habe, mahnte Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek. Präventive Maßnahmen wie Investitionen in den Hochwasserschutz oder bessere Baustandards müssten deshalb im Vordergrund stehen. "Sie schützen Menschenleben und sind volkswirtschaftlich sinnvoll, denn sie sparen meist ein Vielfaches durch dann geringere Schäden ein."

Bei den weltweit 490 schadenrelevanten Naturkatastrophen kamen nach Erhebungen des Rückversicherers von Januar bis Juni 2700 Menschen ums Leben. Der Zehn-Jahres-Durchschnitt liege bei 53 000 Todesopfern.

Die höchsten Schäden richteten zwei Schneestürme in Japan an, die im Februar auch die Hauptstadt Tokio trafen. Die Schäden für die Volkswirtschaft summierten sich auf fünf Milliarden Dollar, die Versicherungswirtschaft musste 2,5 Milliarden Dollar davon tragen. Massive Schneefälle sorgten dabei für viele Unfälle und ließen auch zahlreiche Dächer von Hallen oder Gewächshäusern einstürzen.

Auch der Rekordwinter in den USA und Kanada mit extremer Kälte und viel Schnee war teuer. Am heftigsten schlug ein Schneesturm in der ersten Januar-Woche zu Buche, der 2,5 Milliarden Dollar an Schaden verursachte, von denen 1,7 Milliarden Dollar versichert waren.

Ganz anders die Situation in Mitteleuropa: Hier war der warme Winter mitverantwortlich für die starken Überschwemmungen in England bis in den Februar hinein. Doch hielten sich die Schäden in diesem Fall in Grenzen, weil vorwiegend ländliche Gebiete betroffen waren.

Die schweren Überschwemmungen auf dem Balkan im Mai trafen zwar die Wirtschaft der Region mit Schäden von vier Milliarden Dollar heftig. Allerdings blieb der Schaden für die Assekuranz gering, weil in der Region nur vergleichsweise wenige Menschen versichert sind.

In Deutschland richtete im Juni eine Unwetterfront mit Sturmböen und Hagel vor allem in der Region um Düsseldorf Schäden von insgesamt 1,2 Milliarden Dollar (rund 880 Mio Euro) an. Davon entfielen 890 Millionen Dollar (650 Mio Euro) auf die Versicherer. Im vergangenen Jahr hatten schwere Unwetter mit Überschwemmungen und Hagel in Deutschland und Europa für ungewöhnlich hohe Schäden gesorgt.