Düsseldorf/Frankfurt/Main (dpa) - Der laufende Bilanzcheck von 128 Banken in Europa wird nach Angaben von Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret pünktlich Ende August abgeschlossen sein.

"Durch den Zeitverzug aufgrund der umfangreichen Fragen der Wirtschaftsprüfer und die zum Teil verzögerte Datenlieferung der Banken lagen wir kurzfristig hinter dem Plan zurück. Die Verspätung ist größtenteils wieder aufgeholt", sagte Dombret in einem Interview der "Wirtschaftswoche". "Die Bilanzprüfung inklusive aller Qualitätssicherungen wird bis zum 31. August abgeschlossen sein."

Im Vergleich zum Stresstest 2011 solle diesmal die Qualität der Prüfungen deutlich höher liegen. "Dem Stresstest ist dieses Mal zusätzlich ein Bilanzcheck vorgeschaltet, der von der EZB verantwortet wird. Die Prüfung geht diesmal insgesamt also viel tiefer", sagte der Notenbanker. "Zwar lässt sich nicht jede einzelne Bilanzposition prüfen, aber mindestens die Hälfte - und zwar die risikoreicheren Engagements - wird durchleuchtet. Entscheidend ist, dass wir die kritischen Positionen unter die Lupe nehmen."

Nach dem Bilanzcheck soll der Banken-Stresstest vor Beginn der einheitlichen europäischen Bankenaufsicht (am 4. November) abgeschlossen sein.

Dombret lehnte die von der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Herbst in Aussicht gestellte Belebung des Marktes für forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) abgelehnt. "Die EZB darf nicht zur Bad Bank des Euro-Raums werden", sagte der Notenbanker. "Ich bin der Auffassung, dass der Kauf von forderungsbesicherten Wertpapieren kein Instrument der Geldpolitik ist. Zentralbanken sollten den Banken nicht die Kreditrisiken abnehmen."

ABS (Asset Backed Securities) sind Anleihen, mit denen verschiedene Arten von Kreditforderungen wie Hypotheken, Unternehmens- oder Verbraucherdarlehen abgesichert werden können. Die Papiere sind in der US-Hypothekenkrise stark in Verruf gearten, weil die verwendeten Sicherheiten reihenweise ausgefallen sind und die Anleihen in der Folge massiv an Wert verloren haben.