Altendiez (SID) - Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger hat sich erneut gegen die Rücktrittsforderungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verwehrt und seine eigene Arbeit im FIFA-Exekutivkomitee in den höchsten Tönen gepriesen. "Ich habe in diesen drei Jahren Arbeit bei der FIFA geleistet - das sage ich mal ganz deutlich -, wie kaum ein anderer Deutscher vorher", sagte er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Er habe sich "in diesen Reformprozess hineingeklinkt. Ich habe mich für Menschenrechte in Katar eingesetzt. Und dann kann ich doch nicht, weil ich ein Interview gegeben habe, mich anschließend dann zum Rücktritt auffordern lassen", betonte er: "Das passt nicht. Und da kann man drehen, wenden und tun was man will, das wird man nur mit mir nicht machen können."

Das DFB-Präsidium hatte den 69-Jährigen aus Altendiez Mitte Juni zum Rücktritt aus der "Regierung" des Weltverbandes aufgefordert, weil er "nicht mehr angemessen die Interessen des deutschen Fußballs" in der FIFA vertrete. Der Verband reagierte damit auf die wiederholten Angriffe Zwanzigers auf seinen Nachfolger als DFB-Chef, Wolfgang Niersbach.

Das resultiere daraus, dass Niersbach und er "in einer Frage, die für Wolfgang Niersbach sehr bestimmend war, unterschiedlicher Meinung gewesen sind. Das muss man sagen". Es sei "um die Vergütung eines ehrenamtlichen Präsidenten" gegangen, erklärte der 69-Jährige: "Da habe ich sehr restriktive Auffassungen. Eine Aufwandsentschädigung und damit ist es gut. Und Wolfgang Niersbach war natürlich in einer besonderen Situation damals. Die wollte ich lösen, indem man sich noch etwas Zeit nimmt und eine hauptamtliche Lösung einführt, was man durchaus vertreten könnte. Man hat es anders gelöst - das weiß ich jetzt. Und aus dieser Phase heraus ist natürlich unser vorher gutes Verhältnis distanzierter geworden."

Dass der Konflikt letztlich kurz vor der WM eskaliert ist, "hat mir am allermeisten leid getan", beteuerte Zwanziger: "Ich habe aber nicht das Gefühl, dass ich da keine Interviews mehr geben darf." Jenes, das den Streit anheizte, habe ihm "sehr, sehr viele positive Nachrichten gebracht hat, von wirklich auch wichtigen Leuten in unserer Gesellschaft".