Giglio (dpa) - Die letzte Phase der komplizierten Bergung der "Costa Concordia" ist planmäßig für Montagmorgen freigegeben worden. "Wir haben die vernünftige Sicherheit, dass alles so funktioniert wie es soll", sagte Franco Porcellacchia, Projektleiter der Reederei Costa Crociere.

Die Wetterprognosen waren gut, daher sollte nun das Aufschwimmen beginnen. Anschließend steht der Transport des 290 Meter langen Kreuzfahrtschiffs von der Insel Giglio ins gut 350 Kilometer entfernte Genua an. Hunderte Experten sind an der Aktion beteiligt.

Das Wrack sollte zunächst zwei Meter angehoben, 30 Meter von der Küste weggeschleppt und dort zunächst gesichert werden. Für diese erste Phase waren sechs bis acht Stunden veranschlagt. Insgesamt soll das Schiff mit Hilfe von 30 Schwimmkästen, die an den Seiten des Wracks angebracht sind, innerhalb mehrerer Tage zwölf Meter Auftrieb bekommen. Dann ist es für seine letzte Reise bereit.

Porcellacchia sagte, das Schiff könne die Insel binnen einer Woche verlassen, "wenn alles perfekt läuft, in fünf Tagen". Der Prozess des Aufschwimmens wird immer wieder unterbrochen und der Zustand des am 13. Januar 2012 vor der Mittelmeerinsel havarierten Schiffs überprüft.

32 Menschen waren ums Leben gekommen, als die "Costa Concordia" mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der Mittelmeerinsel auf einen Felsen krachte und leckschlug. Eines der Opfer gilt noch immer als vermisst. Nach ihm solle in der letzten Bergungsphase und gegebenenfalls auch noch während des Verschrottens erneut gesucht werden, sagte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli.

Die zuständige Aufsichtsbehörde hatte bereits am Samstag ihre Genehmigung für das komplizierte Bergungsverfahren erteilt. Das Wrack könnte am kommenden Sonntag oder Montag so weit vorbereitet sein, dass es gezogen von vier Schleppern und begleitet von mindestens zehn Schiffen die Reise in den Hafen von Genua antreten kann. In der ligurischen Stadt soll es dann binnen zwei Jahren verschrottet werden.

Nach dem Aufrichten des Wracks im vergangenen September ist das nun bevorstehende Aufschwimmen die zweite heikle und risikoreiche Phase des Projekts. "Ein Schiff dieser Größe wurde noch nie auf diese Art und Weise transportiert, aber wir sind sehr zuversichtlich", sagte der Vorstandschef der Reederei, Michael Thamm.

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