Bonn (dpa) - Im Skandal um das größte Bierkartell in Deutschland wehren sich mehrere Beschuldigte gegen ihre Bußgeldbescheide. Das Nachrichtenmagazin "Focus" nannte sechs Brauereien sowie den NRW-Brauerverband. Ein Zwischenverfahren laufe.

Ein Sprecher der Bundeskartellamts bestätigte am Sonntag auf Anfrage, dass mehrere Beschuldigte gegen ihren Bußgeldbescheid vorgehen, nannte aber keine Details. Die Behörde hatte im Frühjahr eine der höchsten Kartellstrafen ihrer Geschichte verhängt: Elf Brauereien sollen zusammen fast 340 Millionen Euro zahlen.

Die Brauereien sollen Preisabsprachen für eines der beliebsten Getränke der Deutschen getroffen haben. Der Marktführer Radeberger hatte sofort Widerspruch gegen die verlangte Strafe eingelegt. Weitere Unternehmen folgten, wie der Sprecher sagte.

Der deutsche Biermarkt ist seit Jahren von erheblichen Überkapazitäten geprägt. Die Bierbranche steht im harten Wettbewerb, bei schrumpfenden Umsätzen und mit sehr knappen Gewinnmargen.