Den Haag (dpa) - Angesichts der Behinderungen der Untersuchung des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine haben die Niederlande den Druck auf Russland erhöht. Der russische Präsident Wladimir Putin müsse bei den prorussischen Rebellen eingreifen.

Das forderte Ministerpräsident Mark Rutte am Samstagabend in Den Haag. "Er muss nun den Niederlanden und der Welt beweisen, dass er tut, was von ihm erwartet wird: Seinen Einfluss ausüben." Er hatte zuvor nach eigenen Worten ein "sehr intensives" Telefongespräch mit Putin geführt.

Zutiefst schockiert zeigte sich auch Außenminister Frans Timmermans über Bilder und Berichte von der Bergung der Opfer. "Der Umgang mit den Toten ist widerlich", sagte der Minister. Er war in der Nacht zum Sonntag aus Kiew zurückgekehrt. Priorität habe nun die Rückführung der 193 niederländischen Opfer. "Die Familien wollen ihre Angehörigen begraben." Timmermans hatte ein Team von 15 niederländischen Experten begleitet. Sie sollten die Opfer identifizieren.

Pressekonferenz Rutte