Hamburg (SID) - Handball-Weltmeister Michael Kraus (30) hat trotz seines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien eine Chance auf die Fortsetzung seiner Nationalmannschafts-Karriere. "Sofern der neue Bundestrainer auf ihn setzt, wird es keine Einschränkungen geben", sagte Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), dem SID. 

Hanning betonte, dass der Verband bei einem Dopingfall "mit aller Härte" durchgreifen würde. Da es sich bei Kraus jedoch lediglich um eine Pflichtverletzung handele, müsse der Fall mit Fingerspitzengefühl behandelt werden.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Profi von Frisch Auf Göppingen aufgrund dreier Meldepflicht- und Kontrollversäumnisse binnen 18 Monaten mit sofortiger Wirkung vorläufig suspendiert worden ist. Kraus, der 2007 den WM-Titel mit der deutschen Mannschaft holte, droht eine Sperre. 

"Ich kann nur appellieren, mit Augenmaß zu entscheiden und Schusseligkeit nicht mit dem Ende einer Karriere in Verbindung zu bringen", sagte Hanning: "Er weiß, dass er an sich arbeiten muss. Mimi ist ein liebenswerter Chaot, der die Sachen aber in den Griff kriegen muss."