Moskau (dpa) - Eine Woche nach dem mutmaßlichen Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 in der Ostukraine hat Russland die Ukraine und USA zur Veröffentlichung ihrer Beweise aufgefordert.

Es gebe bisher keinen einzigen Beleg für die behauptete Beteiligung der prorussischen Separatisten am Absturz der Boeing, kritisierte Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow am Donnerstag. Beim Absturz der Boeing 777-200 im Separatistengebiet starben am 17. Juli fast 300 Menschen.

Es werde zwar immer wieder auf Erkenntnisse der US-Geheimdienste und auf Satellitenfotos verwiesen, die einen Raketenstart von dem Konfliktgebiet aus belegen sollen, sagte Antonow. "Aber wo sind diese Beweise?", fragte der Militärfunktionär im russischen Staatsfernsehen. Die Ukraine gibt Russland die Schuld an dem Absturz, die USA haben den Separatisten den Abschuss vorgeworfen.

Russland hatte kritisiert, dass unmittelbar nach dem Absturz die Ukraine ihre Version von dem Abschuss durch Separatisten präsentiert habe, ohne die internationale Untersuchung abzuwarten. Besonders wertvoll für die Ermittler seien die Gespräche der ukrainischen Fluglotsen mit der Boeing-Crew, sagte der frühere Kommandeur der russischen Luftstreitkräfte, Alexander Maslow, der Agentur Interfax.

Die ukrainische Seite halte diese Aufnahmen aber unter Verschluss. "Warum fordert niemand außer Russland die sofortige Herausgabe?", fragte Maslow. Der Fall erinnere ihn an den Abschuss einer russischen Passagiermaschine durch die ukrainischen Streitkräfte über dem Schwarzen Meer, der 2001 von Kiew ebenfalls nicht zugegeben worden sei, sagte Maslow. 78 Insassen des Flugzeuges starben damals.