Espoo (dpa) - Der nach dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft verbliebene Nokia-Konzern hat im vergangenen Quartal seinen Verlust deutlich reduziert.

Das Minus im fortgeführten Geschäft schrumpfte von 58 Millionen Euro vor einem Jahr auf zuletzt 28 Millionen Euro, wie Nokia am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz ging um 6,7 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro zurück. Den Großteil des Geschäfts bei Nokia macht jetzt der Verkauf von Ausrüstung für Telekom-Netze aus. Das zweite Standbein ist der Kartendienst Here.

Nokias Netzausrüster NSN machen die chinesischen Rivalen Huawei und ZTE zu schaffen. Sie preschen mit günstigeren Preisen in den Markt vor - und die Netzbetreiber achten angesichts des Umsatzdrucks in ihrem Geschäft aufs Geld.

Der Quartalsumsatz bei NSN sank im Jahresvergleich um acht Prozent auf 2,57 Milliarden Euro. In den meisten Regionen sank der Umsatz, vor allem weil das Dienstleistungsgeschäft zurückging. In China gab es dagegen ein kräftiges Plus von 18 Prozent auf 306 Millionen Euro dank des Aufbaus neuer Netze für den besonders schnellen Funkstandard LTE. Nokia und andere Anbieter setzen große Hoffnungen auf den LTE-Ausbau sowie die nächste Datenfunkgeneration, die unter dem Kürzel 5G entwickelt wird.

Beim Kartendienst Here stagnierte der Umsatz mit 232 Millionen Euro. Nach einem schmalen Gewinn von acht Millionen Euro vor einem Jahr gab es diesmal nur eine schwarze Null. Nokia will Here auch mit Zukäufen zu einer breit angelegten Plattform für die Autoindustrie und lokale Dienste ausbauen. Im vergangenen Quartal wurden Here-Lizenzen für 3,3 Millionen Fahrzeuge verkauft.

Nokia hatte seine lange verlustreiche Handy-Sparte für knapp 3,8 Milliarden Euro an Microsoft verkauft. Auch unter dem Dach des Software-Riese verlor der Bereich zuletzt noch 700 Millionen Dollar, rund jeder Zweite der 25 000 übernommenen Nokia-Mitarbeiter soll gehen.