Hamburg (SID) - Professor Eckhard Meinberg, Sportethik-Experte der Deutschen Sporthochschule Köln, hält die Nicht-Nominierung des unterschenkelamputierten Weitspringer Markus Rehm für die Europameisterschaften in Zürich (12. bis 17. August) für richtig. "Für den Sport ist die Entscheidung nur zu begrüßen, weil das Fairnessprinzip im Wettkampfsport höher zu bewerten ist als das Inklusionsprinzip", sagte Meinberg dem SID.

Durch den Einsatz technischer Hilfsmittel werde der Fairnessgedanke verfälscht. "Rehm hat dank technischer Hilfsmittel sein Naturleid um ein technisches Kunstprodukt ergänzt. So besteht keine Chancengleichheit", sagte Meinberg. Auch für die Zukunft des Wettkampfsports hält der renommierte Wissenschaftler eine Trennung von behinderten und nicht-behinderten Sportlern für angebracht. Die kontrovers geführte Debatte der vergangenen Tage habe das Bewusstsein für die Inklusionsproblematik im Sport aber eindeutig geschärft.   

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte am Mittwoch seine Entscheidung bekannt gegeben, dass er den Prothesen-Springer Rehm trotz erfüllter Norm nicht in sein 93-köpfiges Aufgebot beruft. Der Leverkusener, Paralympics-Sieger von 2012, hatte am vergangenen Wochenende in Ulm Geschichte geschrieben und als erster Springer mit Handicap den deutschen Meistertitel bei den Nicht-Behinderten gewonnen.