Stuttgart (SID) - Das Mercedes-Team um Motorsportchef Toto Wolff (42) hat sich in einem offenen Brief an den Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) für eine Vereinfachung des Reglements sowie die Zulassung spannender und auch etwas härterer Zweikämpfe in der DTM ausgesprochen und fordert die DTM-Kommission auf, "Entscheidungen im Sinne des Sports und spannenden Racings zu treffen".

Hintergrund des Schreibens ist das letzte DTM-Rennen im österreichischen Spielberg, in dem der führende Kanadier Robert Wickens disqualifiziert worden war, nachdem er eine Durchfahrtsstrafe missachtet hatte. Die Strafe gegen den Mercedes-Piloten war wegen eines "Unsafe Release" ausgeprochen worden.

In dem Brief nannte Mercedes "manche Entscheidungen der Rennleitung" desillusionierend: "Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass die Entscheidung inhaltlich falsch war." Übergeordnet falle zudem "die Inkonsistenz in den Entscheidungen der Rennleitung auf".

Mercedes sei "ganz unabhängig von dem nun vorliegenden Fall" der Meinung, "dass in der DTM eine durchgängigere und insbesondere nachvollziehbarere Vorgehensweise bei potenziellen Vergehen und deren Bestrafungen angewandt werden muss. Im Zweifel müssen Entscheidungen im Sinne des Sports und spannenden Racings getroffen werden ? ansonsten sehen wir die Glaubwürdigkeit der Rennserie und deren Attraktivität als populärste internationale Tourenwagenserie mittelfristig gefährdet."

Die angesprochene DTM-Kommission besteht aus den Sportchefs der drei in der DTM vertretenen Hersteller, Wolfgang Ullrich (Audi), Jens Marquardt (BMW) - und eben auch Toto Wolff. Weiter gehören der Vorstandsvorsitzende des DTM-Rechteinhabers und -vermarkters ITR, Hans-Werner Aufrecht, sowie DMSB-Ehrenpräsident Hermann Tomczyk, DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck, DMSB-Präsidiumsmitglied Gerd Ennser und DMSB-Generalsekretär Christian Schacht zur Kommission.