München (SID) - Der ehemalige Handball-Nationalspieler Stefan Kretzschmar (41) hat die Verantwortlichen der Füchse Berlin im Zuge der Ernennung von Dagur Sigurdsson zum neuen Bundestrainer heftig kritisiert. "Die Haltung der Füchse, in Person von Bob Hanning und Frank Steffel, geht mir auf den Sack", schrieb Kretzschmar in seiner Kolumne bei Sport1. 

Er finde es "völlig übertrieben", dass man sich in Berlin "zum Retter des deutschen Handballs aufschwingt", ergänzte der ehemalige Weltklasse-Linksaußen. Die Darstellung, "dass man jetzt auch seinen Trainer opfere, nachdem man schon den Geschäftsführer Hanning für den DHB geopfert habe", gehe ihm einfach auf die Nerven. "Denn das alles ist auch selbst gewollt und selbst forciert", schrieb Kretzschmar: "Stattdessen zu sagen, man hätte gegen den Willen der Füchse für den deutschen Handball alles geopfert und sich dafür feiern zu lassen, ist mir einfach zu viel."

Die Füchse sollten sich seiner Meinung nach "glücklich schätzen, zwei so wichtige Positionen im deutschen Handball besetzt zu haben, zumal das schon ein bisschen nach Imperium riecht". Wenn die Füchse schon sagten, dass sie ihren Trainer für den deutschen Handball opferten, hätte er sich gewünscht, "dass sie dann einen Weg finden, ihm dem DHB gleich ganz zur Verfügung zu stellen". 

Sigurdsson, der am Dienstag als Nachfolger des entlassenen Martin Heuberger vorgestellt wurde, wird in der kommenden Saison sowohl die Füchse als auch die Nationalmannschaft betreuen. Erst ab Sommer 2015 wird er sich ausschließlich um die DHB-Auswahl kümmern.

Die Regelung missfällt Kretzschmar: "Auch wenn es nur um ein Jahr geht und auch wenn Dagur und die Verantwortlichen das Thema herunterspielen: Der deutsche Handball braucht einen hauptamtlichen Trainer." Auch Hanning arbeitet als Geschäftsführer bei den Füchsen und als Vizepräsident beim DHB in Doppelfunktion.