Köln (SID) - Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), räumt einer möglichen deutschen Bewerbung um die Spiele 2024 oder 2028 gute Chancen ein. "Es gibt weltweit eine gefühlte Grundstimmung, dass Deutschland nach fünf Jahrzehnten mal wieder an der Reihe wäre, Olympische Sommerspiele auszurichten", sagte der 53-Jährige dem NDR Hörfunk.

Man traue den Deutschen zu, ein Großereignis perfekt zu organisieren. Außerdem habe die Fußball-WM erneut gezeigt, dass Deutschland eine sportbegeisterte Nation sei: "Diese Signale nimmt der internationale Sport auf."

Hamburg und Berlin prüfen eine Bewerbung um die Ausrichtung von Sommerspielen. Beide Kandidaten haben bis zum 31. August Zeit, einen Fragenkatalog zu beantworten.

Grundvoraussetzung sei aber weiterhin die Unterstützung durch die Bevölkerung, so Hörmann: "Der entscheidende Punkt wird sein: Welcher der beiden Städte gelingt es, die Bürger positiv zu stimmen? Sonst macht es keinen Sinn." Zudem müsse auch ein Scheitern einkalkuliert werden. "Wenn wir uns bewerben, muss die Stadt die grundsätzliche Bereitschaft mitbringen, mindestens auch ein zweites Mal anzutreten. Man braucht einen langen Atem", sagte Hörmann.

Sollte Deutschland sich bereits für die Sommerspiele 2024 bewerben, muss schon im Herbst entschieden werden, welcher Vorschlag der DOSB-Mitgliederversammlung am 6. Dezember zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) müsste eine deutsche Bewerbung bis Herbst 2015 eingereicht werden. Sollte man sich darauf verständigen, erst für 2028 eine deutsche Bewerbung ins Rennen zu schicken, bleibt für die Benennung des Kandidaten mehr Zeit.