Zweieinhalb Jahre hat der NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags seinen Nachforschungen gewidmet. Am Donnerstag hat er der Parlamentsspitze den Abschlussbericht überreicht - und der stellt den ermittelnden Behörden ein schlechtes Zeugnis aus.  Die Fahndung nach dem NSU-Trio sei "ein einziges Versagen", "ein Fiasko" gewesen.

Der Bericht kritisiert sowohl das Bundesamt für Verfassungsschutz als auch die thüringische Landesbehörde sowie das Landeskriminalamt und die Polizei. Vor allem in der Zusammenarbeit habe es eklatante Mängel gegeben: Wichtige Hinweise seien nicht weitergegeben, Spuren nicht verfolgt worden.

Als besonders problematisch wird die Zusammenarbeit mit V-Männern gesehen. Um deren Identität zu schützen, hätten die Verfassungsschutzbehörden wichtige Informationen nicht an die Polizei weitergegeben. Außerdem seien einigen zentralen Figuren der Neonazi-Szene übermäßig hohe Prämien gezahlt worden.

Der frühere Chef der zuständigen Staatsanwaltschaft Jena beklagt im Bericht zudem, dass seine Fahnder in mehreren Fällen verraten worden seien. Angesichts dessen und des passiven Verhaltens der Behörden schließt der Untersuchungsausschuss sogar eine "gezielte Sabotage" nicht völlig aus.