Russische Soldaten in Kamensk-Shakhtinsky, Rostov © Alexander Demianchuk/​Reuters

Nach Angaben der Nato halten sich im Moment "deutlich mehr" als tausend russische Soldaten in der Ukraine auf. Dies sei noch eine "konservative Schätzung". Ein ranghoher Nato-Vertreter erklärte am Donnerstag, die russischen Soldaten unterstützen die Separatisten und kämpften unter ihnen. Sie berieten die Aufständischen und bedienten anspruchsvolle Waffensysteme. 

Kurz zuvor hatte der ukrainische Präsident Petro Peroschenko erklärt, in der Ukraine habe eine "russische Invasion" stattgefunden. Seine geplante Türkei-Reise sagte er daraufhin ab. Auch der US-Botschafter in Kiew warf Russland vor, an den Kämpfen in der Ukraine beteiligt zu sein. Moskau sei "direkt involviert", twitterte er.  Eine Sprecherin des US-Außenministeriums hatte bereits am Mittwoch von einer "offensichtlich von Russland gelenkten Gegenoffensive" gesprochen. Die USA seien "tief beunruhigt".   

Der russische OSZE-Botschafter dementierte den Vorwurf einer russischen Invasion. Mit Ausnahme von zehn Grenzsoldaten habe Russland keine Soldaten auf ukrainischem Gebiet. Diese hätten die Grenze "versehentlich" überquert. Die ukrainische Armee hatte sie am Montag festgenommen und Video-Interviews mit ihnen veröffentlicht. In einem spricht ein Soldat davon, dass  er nicht über das Ziel der Mission informiert worden sei. "Wir werden als Kanonenfutter benutzt", sagt er. 

EU-Politiker halten sich mit Einschätzungen der Lage bisher zurück. Frankreichs Präsident François Hollande erklärte, ein möglicher Einsatz russischer Truppen auf ukrainischem Boden sei nicht hinnehmbar. Sollte er sich als wahr herausstellen, "wäre das unerträglich und inakzeptabel".