Berlin/Frankfurt (dpa) - Der schnell wachsende Mode-Händler Zalando will noch in diesem Jahr an die Börse gehen.

Ein genauer Termin wird allerdings noch nicht genannt. Zalando will 10 bis 11 Prozent am Unternehmen auf den Markt bringen. Es gab zunächst auch keine Hinweise darauf, wie teuer die Aktien werden sollen.

"Abhängig vom Börsenumfeld" solle die Aktienplatzierung im zweiten Halbjahr 2014 über die Bühne gehen, teilte die Zalando SE am Mittwoch in Berlin mit. Kurz davor hatte bereits das "Handelsblatt" von der geplanten Ankündigung berichtet.

Die Verhandlungen über die Höhe des Emissionsvolumens hätten bis in die Abendstunden am Dienstag angedauert, schrieb das "Handelsblatt" weiter. Finanzkreisen zufolge könne es bis zu 750 Millionen Euro betragen, berichtete die Zeitung. Nach bisherigen Informationen wollte Zalando beim Börsengang eine Gesamtbewertung von bis zu fünf Milliarden Euro anstreben.

So hieß es am Mittwoch von Insidern auch, ein Emissionsvolumen von etwa 500 Millionen Euro sei realistischer. Mit dem ersten Handelstag an der Börse sei gemessen an typischen Abläufen nicht vor Anfang Oktober zu rechnen.

Die Haupteigentümer von Zalando sind nach aktuellen Angaben die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik mit rund 36 Prozent und die Internetinvestoren Oliver, Marc und Alexander Samwer mit 17 Prozent.

Den Samwer-Brüdern gehört die Startup-Schmiede Rocket Internet, die laut Medienberichten ebenfalls noch im Herbst einen Börsengang ankündigen will. Auch dort wird über einen angepeilten Marktwert von bis zu fünf Milliarden Euro spekuliert.

Die großen Zalando-Aktionäre wollen an Bord bleiben und bei dem Börsengang keine Aktien verkaufen. "Geplant ist die Ausgabe von neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung", hieß es.

Im Juli besorgte sich Zalando zudem eine Kreditlinie über 200 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren. "Der Gang an die Börse ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Zalando", erklärte Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter in der Mitteilung.

Zalando hatte mit kostenlosen Retouren und einer einprägsamen Werbekampagne ("Schrei vor Glück!") schnell Marktanteile gewonnen. Zuletzt gab es 13,7 Millionen Kunden.

Zalando schaffte es nach Anlaufverlusten zuletzt in die schwarzen Zahlen. Im zweiten Quartal gab es vor Zinsen, Steuern und Ausgaben für Mitarbeiteraktien einen Gewinn von 35 Millionen Euro. Unterm Strich kam ein Gewinn von 29 Millionen Euro heraus. Im Vorjahresquartal hatte Zalando noch 33,5 Millionen Euro Verlust gemacht. Die erstmals veröffentlichten ausführlichen Zahlen enthüllten, dass Zalando auch schon 2012 und 2013 jeweils im Schlussquartal mit dem Weihnachtsgeschäft kleine Gewinne von 200 000 Euro und 12,4 Millionen Euro erzielt hatte.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz macht Zalando mit 57 Prozent den Großteil des Geschäfts. In der deutschsprachigen Region ist das Unternehmen auch deutlich profitabler. Im ersten Halbjahr dieses Jahres lag die operative Marge im deutschsprachigen Markt bei 3,8 Prozent gegenüber 0,3 Prozent im gesamten Geschäft.

Trotz der hohen Rücksendequote von 50 Prozent - gemessen am Umsatz - will Zalando an den grundsätzlich kostenlosen Retouren festhalten. Die Rücksendequote zu senken, sei kein Selbstzweck sein, betont Ritter. "Das führt dazu, dass die Kunden weniger bestellen und wir mit diesen Kunden weniger Gewinn machen."

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