Hamburg (dpa) - Deutschland ist dazu bereit, weitere verletzte ukrainische Soldaten zu behandeln, wenn die Regierung in Kiew darum bittet.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Hans-Peter Bartels (SPD), sagte im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg, er könne sich vorstellen, dass die Behandlung der 20 verletzten Ukrainer "nicht die letzte Aktion dieser Art" sei. "Das ist ein sichtbares Zeichen von Solidarität mit der Ukraine", sagte Bartels.

Insgesamt 20 ukrainische Soldaten waren am Dienstag mit einer Spezialmaschine der Bundeswehr ausgeflogen worden. Sie werden in Bundeswehrkrankenhäusern in Hamburg, Berlin, Ulm und Koblenz betreut.

Die Behandlung der in der Ostukraine verwundeten Soldaten geht auf eine Anfrage des ukrainischen Vertreters bei der Nato zurück. Kanzlerin Angela Merkel hatte Ende August angekündigt, dass 20 Soldaten in Deutschland medizinisch versorgt werden könnten. Konkrete Planungen für weitere Hilfsaktionen gibt es nach Angaben des Sanitätsdienstes nicht. Im Rahmen humanitärer Hilfe waren in der Vergangenheit unter anderem Verwundete aus Syrien und Libyen im Koblenzer Bundeswehrkrankenhaus versorgt worden.

Der Chefarzt des Hamburger Bundeswehrkrankenhauses, Joachim Hoitz, sagte, der Zustand der 20 Männer im Alter von Anfang 20 bis 37 sei stabil. Am Mittwoch seien zwei Ukrainer operiert worden. Sie erlitten laut Hoitz Verletzungen am ganzen Körper, die durch Schüsse oder Explosionen verursacht wurden. Die Behandlung werde mehrere Wochen dauern. Danach sollen die Soldaten wieder in die Ukraine gebracht werden. Die Kosten trage Deutschland. Die Bundeswehr führe mit der Hilfsaktion die Beschlüsse der Politik aus, betonte der Generalarzt.

Im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz werden fünf verwundete Soldaten behandelt. Je nach Schwere der Verletzungen könne ihr Aufenthalt bis zu zwölf Wochen dauern, sagte ein Sprecher des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Koblenz.

Bereits im März waren in Koblenz sechs ukrainische Soldaten versorgt worden. Sie hatten bei Kämpfen auf dem Maidan-Platz in Kiew Schussverletzungen und Verwundungen durch Stockschläge erlitten. Einige waren bis zu drei Monate in der Klinik.