München (dpa) - Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat den Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) kritisiert. Die erneute Leitzinssenkung werde "wirkungslos" sein, teilte Sinn in München mit.

"Die EZB hatte ihr Pulver schon viel zu früh verschossen und die Zinsen zu weit gesenkt." Nun sei sie in einer "Liquiditätsfalle".

Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts kritisierte zudem, es deute sich der Kauf von Anleihen durch die EZB an. "Damit würde sie das Investitionsrisiko der Anleger übernehmen, wozu sie nicht befugt ist, weil es sich dabei um eine fiskalische und keine geldpolitische Maßnahme handelt."

Die EZB hat den Leitzins im Euroraum auf ein neues Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt. Damit reagieren die Währungshüter auf die schwache Konjunktur und die sehr niedrige Inflation.