Caen (SID) - Deutschlands Tierärzte laufen Sturm gegen mögliche Lockerungen der Doping-Bestimmungen im deutschen Reitsport. Der Weltverband FEI hatte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) aufgefordert, ihre Bestimmungen (ADMR) den weniger restriktiven internationalen Regeln anzupassen.

"Durch die Möglichkeit der Anwendung bislang verbotener Substanzen bzw. nicht mehr einzuhaltender Karenzzeiten besteht die Möglichkeit, dass künftig Gesundheit und Wohlbefinden der im Wettkampfsport eingesetzten Pferde beeinträchtigt werden", teilte Präsident Hans-Joachim Götz vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau in einem Schreiben mit.

Vor allem die Vielseitigkeit, aber auch das Distanzreiten stehe in der Kritik, wie die jüngsten Todesfälle von Pferden bei der Reit-WM in Caen gezeigt hätten. "Ob die FN vor diesem Hintergrund wirklich ihre ADMR an die FEI-Regeln anpassen und so in Verruf geraten will, sollte sie sich gut überlegen", betonte Götz.

FN-Sportdirektor Dennis Peiler bestätigte in Caen derlei Überlegungen. "Wir wurden von der FEI aufgefordert, unsere Regeln anzupassen. Deutschland hat weltweit mit die härtesten Vorgaben. Derzeit laufen bei uns intern Diskussionen", sagte Peiler. So gehe es etwa um das Mittel Aspirin, das weltweit in kleinen Dosen angewendet werden dürfe, in Deutschland aber nicht. "Am 16. September wird der Beirat Sport darüber abstimmen, ob es überhaupt zu einer Veränderung der Richtlinien kommt und wie diese dann aussehen", sagte Peiler.